Digitalisierung im Handel: Viele Trends, wenig Klarheit

9. November 2016, 13:54
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Studie des Handelsverbands gibt einen Ausblick, wie Technologien unser zukünftiges Einkaufsverhalten bis 2025 verändern können

Der Handelsverband hat mit einer Studie erheben lassen, wie weit sich die Österreicher bis 2025 von digitalen Geräten beim Einkauf helfen lassen wollen. Die Studie "Future Commerce – Handel 2025" zeigt große Unsicherheit darüber, welche Neuerungen sich durchsetzen werden. Handels-Mitarbeitern soll aber auch in Zukunft eine Schlüsselrolle zukommen.

Betroffen

"Der Einzelhandel ist mehr als jede andere Branche von der Transformation durch die Digitalisierung betroffen", so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes Österreich, in der Studie. Bereits 66 Prozent der österreichischen Internetnutzer kaufen zumindest einmal im Monat über das Internet ein. Immer mehr nutzen dabei das Smartphone. Nur 3 Prozent kaufen nie über das Internet ein.

Teilnehmer der Studie wurden zu den Szenarien "Digitale Assistenten", "Automatisiertes Einkaufen" und "Autonomes Einkaufen" befragt, die beispielhaft aufzeigen sollen, in welche Richtung sich der Handel entwickeln könnte.

Aktive Kauf-Vorschläge

Vom digitalen Assistenten am Smartphone werden dem Nutzer beim Einkaufen aktiv Kauf-Vorschläge auf Basis der bisherigen Einkäufe und Präferenzen gemacht. 43 Prozent der österreichischen Internetnutzer sehen dieses Szenario als realistisch, 30 Prozent als unrealistisch. 29 Prozent können sich vorstellen, diese Funktion zu nutzen, wobei die meisten Konsumenten den digitalen Assistenten in Kombination mit einem menschlichen Berater bevorzugen würden. Für Lebensmittel und Getränke sowie Bücher und Zeitschriften ist der digitale Assistent am ehesten vorstellbar. Rund die Hälfte der Befragten kann sich nicht vorstellen, so einkaufen zu gehen. Wie die Meinungen der Kunden gehen hier auch die Meinungen der Experten auseinander. Klarer Vorteil eines menschlichen Beraters sei der soziale Aspekt, so der Salamander-Geschäftsführer Klaus Magele laut Studie.

Unter automatisiertem Einkaufen wird ein mit dem Internet verbundenes Gerät verstanden, das selbstständig Einkäufe tätigt. Etwa 40 Prozent der österreichischen Internetuser finden dieses Szenario realistisch, rund 33 Prozent eher nicht. Rund 40 Prozent würden ein Gerät mit persönlicher Kauf-Bestätigung Einkäufe vornehmen lassen, 28 Prozent auch ohne Bestätigung. Wenn die Konsumenten die maximale Ausgabe im Vorhinein bestimmen können, würde sogar knapp die Hälfte einer automatisierten Bestellung zustimmen. Experten halten das Szenario für realistisch, sind sich aber nicht sicher, ob die Bestellung ohne Bestätigung erfolgen sollte.

Autonomes Einkaufen

Beim autonomen Einkaufen wird der Konsument von digitalen Geräten unterstützt. Im Gegensatz zum digitalen Assistenten geht die Initiative vom Konsumenten aus, der am Gerät nach Informationen sucht. Wird beispielsweise eine Einkaufsliste erstellt, zeigt das Gerät, wo die Artikel momentan im Angebot sind. Dieses Szenario ist das realistischste der drei – es wird von 60 Prozent der österreichischen Internetnutzer als vorstellbar eingestuft. Knapp 50 Prozent würden diese Technologie nutzen. Unterstützende Geräte werden in Zukunft alltäglich für uns sein, so der Präsident des Handelsverbandes Mayer-Heinisch, dazu.

Da in den Szenarien sehr neuartige Technologien zum Einsatz kommen, ist eine Affinität der Befragten dazu wesentlich. Das Interesse ist bei Männern deutlich größer als bei Frauen und findet auch bei der jüngeren Bevölkerung mehr Anklang als bei der älteren.

Die Studie basiert auf einer quantitative Untersuchung in Form einer Online-Befragung von Konsumenten. Erstellt wurde die Studie von den Unternehmen evolaris next level GmbH und menonthemoon, die im Bereich "digitale Technologien" und Customer Experience tätig sind. Die Online-Befragung wurde in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Online-Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com von August bis September 2016 durchgeführt. Befragt wurden österreichische Internetnutzer zwischen 14 und 69 Jahren. Daraus wurde eine Quotenstichprobe von 2.300 Personen bezüglich Alter, Geschlecht, Bundesland und Ausbildung gewählt. Erstellt wurde die Studie für den Handelsverband Österreich. (APA, 9.11. 2016)

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