Drohnenprojekt-Chef bei Google-Mutter Alphabet geht

9. November 2016, 10:43
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Laut Bericht Differenzen über Drohnentests – Techniker für langsameres Tempo

Gerade erst sorgte die Google-Mutter Alphabet mit Burrito-Lieferungen per Drohne für Aufsehen, jetzt ist der Chef des Projekts weg. Laut einem Medienbericht gab es Differenzen über Tests der Fluggeräte.

Die Welle der Abgänge von Top-Managern in Zukunftsprojekten der Google-Mutter Alphabet geht weiter. Im Oktober verließ auch der Chef der Entwicklung von Lieferdrohnen, Dave Vos, das Unternehmen, wie ein Sprecher dem "Wall Street Journal" bestätigte. Ein Streitpunkt seien Pläne für mehr kommerzielle Tests der Technik gewesen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen in der Nacht zum Mittwoch. Techniker des Projekts hätten sich für ein langsameres Tempo eingesetzt. Schon die Tests mit Essenslieferungen auf dem Gelände der Hochschule Virginia Tech im September seien umstritten gewesen.

Gespräche mit Starbucks gescheitert

Das "Wall Street Journal" und der Finanzdienst Bloomberg berichteten zudem, Gespräche mit der Kaffeehauskette Starbucks über Drohnen-Lieferungen seien gescheitert. Es habe Differenzen über den Zugang von Alphabet zu Kundendaten gegeben.

In den vergangenen Monaten hatten bereits der Gründer und Chef des für 3 Mrd. Dollar (2,7 Mrd. Euro) gekauften Heimvernetzers Nest, Tony Fadell, und der Entwicklungschef und frühere Leiter des Roboterwagen-Projekts, Chris Urmson, Alphabet verlassen.

Google hatte Drohnen aus seinem "Project Wing" zunächst 2014 an einer abgelegenen Farm in Australien getestet. Seitdem wurden die Fluggeräte und die Software für autonome Steuerung bei Flügen auf privatem Gelände in Kalifornien weiterentwickelt.

"Wing"-Drohnen

Die bisher bekannt gewordenen Google-Drohnen haben Flügel wie Mini-Flugzeuge und können ihre Ladung an einem Seil herunterlassen. Der aktuelle Prototyp solle die Basis für künftige "Wing"-Drohnen sein.

Als Amazon-Chef Jeff Bezos Ende 2013 in einem TV-Interview einen Prototypen von Drohnen zur Warenlieferung vorstellte, hielten das viele zunächst für einen Werbe-Gag. Doch Amazon meint es ernst und hat mit "Prime Air" schon einen Namen für den Service. Nach aktuellem Stand sollen die Amazon-Drohnen Päckchen mit einem Gewicht von bis zu 2,3 Kilogramm binnen 30 Minuten transportieren. Auch Logistiker testen die Drohnen-Zustellung. So hat die Deutsche Post den automatischen "Paketcopter", der 2014 testweise die Nordseeinsel Juist unter anderem mit Medikamenten versorgte. (APA, 9.11. 2016)

  • Drohne von Google
    foto: apa

    Drohne von Google

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