Eon schreibt wieder Rekordverlust

9. November 2016, 10:37
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Der Energiekonzern rutscht tief in die roten Zahlen und steht vor dem höchsten Verlust seiner Geschichte

Düsseldorf – Der Energiekonzern Eon steht in diesem Jahr vor dem dritten Milliardenverlust in Folge und dem höchsten in seiner Geschichte überhaupt. Nach neun Monaten stehe ein Fehlbetrag von 9,3 Milliarden Euro in den Büchern, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Nach dem Börsengang der Kraftwerkstochter Uniper im September habe der Versorger auf seine Beteiligung 6,1 Milliarden Euro abgeschrieben. Weitere Belastungen stünden durch die Kosten für den Atomausstieg bevor.

Um Sondereffekte bereinigt verdiente der Konzern operativ wie von Analysten erwartet 2,3 Milliarden Euro, vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Eon will sich auf das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen und dem Vertrieb konzentrieren. "Wir werden schlanker und schneller. So positionieren wir uns erfolgreich, auch bei steigendem Wettbewerbsdruck", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen.

Prognose für Gesamtjahr wird bestätigt

Der Manager hatte 2016 als "Übergangsjahr" bezeichnet. Bereits im August hatte Eon rund drei Milliarden Euro auf Uniper abgeschrieben. Für den seit dem Jahr 2010 amtierenden Vorstandschef wäre es im Gesamtjahr der vierte Milliardenverlust. Nach der Einigung mit der Bundesregierung auf die Abwicklung und Finanzierung der Atommüllkosten werde es im vierten Quartal weitere Belastungen geben. So müssten die Rückstellungen für den Abriss der Kernkraftwerke neu bewertet werden. Dadurch werde das Eigenkapital im vierten Quartal wohl nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS negativ sein. Die Fähigkeit zur Dividendenzahlung werde aber nicht beeinträchtigt.

Für das Gesamtjahr bestätige Teyssen die Prognose, wonach das um Sondereffekte bereinigte Ebit bei 2,7 bis 3,1 Milliarden Euro liegen soll nach 3,6 Milliarden 2015. Der bereinigte Überschuss soll 0,6 bis eine Milliarde Euro erreichen nach 1,1 Milliarden Euro. 2015 hatte Eon einen Rekordverlust von sieben Milliarden Euro verbucht. Den Titel des größten deutschen Energiekonzerns hat der Versorger an die RWE-Ökostromtochter Innogy verloren. Diese legt am Freitag ihre Zahlen zum dritten Quartal vor, RWE folgt am Montag. (Reuters, 9.11.2016)

  • E.on schreibt nach drei Quartalen einen Verlust von 9,3 Milliarden Euro.
    foto: apa/patrik stollarz

    E.on schreibt nach drei Quartalen einen Verlust von 9,3 Milliarden Euro.

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