US-Wahl: Twitter-Schock, Einwanderungsbehörde Kanadas offline

9. November 2016, 10:20
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Fotos einer Trump-Torte werden zum viralen Hit, doch in der Wahlnacht kippt die Stimmung

Zu Beginn des Wahltages war die Stimmung in den sozialen Medien noch gut: Hunderttausende Menschen amüsierten sich über eine Trump-Torte, die nach dem Gesicht des zu diesem Zeitpunkt noch als fast chancenlos geltenden Kandidaten modelliert war. Die Torte wurde in den Trump-Tower gebracht und auf ihrem Weg von zahlreichen Journalisten wie Bild-Chefredakteur Kai Diekmann gefilmt.

Schnell gab es im Netz dutzende Memes, die sich über die Optik der Torte amüsierten, deren Gesicht Nutzer an E.T., "Star Wars"-Bösewicht Palpatine oder "Cancer Man" aus Akte X erinnerte.

Ehefrau ausgespäht?

Für Aufsehen sorgte auch ein Foto, das zeigt, wie Trump bei der Stimmabgabe offenbar seine Ehefrau Melania ausspäht.

Ungläubige Gesichter bei Trump

Doch als die ersten Hochrechnungen präsentiert wurden, kippte die Stimmung schnell. Zigtausende Retweets erlangte ein Foto aus dem Hauptquartier der Trump-Kampagne, das von Tochter Ivanka Trump veröffentlicht wurde. Das Bild zeigt, wie selbst Trumps innerster Kreis ungläubig auf die ersten Ergebnisse starrt.

Als klar wurde, dass immer mehr entscheidende Swing-States für Trump votiert haben, überprüften wohl zahlreiche US-Bürger, wie sie nach Kanada auswandern können – denn die Webseite der kanadischen Einwanderungsbehörde ging wegen Überlastung offline, wie zahlreiche Medien bestätigten.

Bald reagierte bei liberalen Stimmen das blanke Entsetzen, viele Nutzer fühlten sich außerdem an eine Folge der dystopischen Netflix-Serie "Black Mirror" erinnert. Auf Instagram begannen User, statt Fotos schwarzer Flächen zu publizieren.

"Je suis USA"

Im deutschsprachigen Raum gehörten zu diesem Zeitpunkt schon die Hashtags #Alptraum und #Schock zu den meistbenutzten Begriffen. "Je suis USA", scherzte die NDR-Satiresendung "Extra 3".

Trost fanden einige Nutzer darin, dass kalifornische Bürger entschieden haben, künftig den Konsum von Marihuana zu legalisieren. "Einfach nach Kalifornien ziehen und die nächsten vier Jahre lang kiffen", riet ein User auf Twitter. (red, 9.11.2016)

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