Rundfunkrat befasst sich mit vollverschleierter Muslimin bei "Anne Will"

8. November 2016, 18:30
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Aufsichtsgremium des Norddeutschen Rundfunks berät Einladung Nora Illis

Hamburg – Der Rundfunkrat des Norddeutschen Rundfunks wird sich am 2. Dezember mit dem als "Propaganda" kritisierten Auftritt der vollverschleierten, radikalen Muslimin bei "Anne Will" befassen. Das bestätigte die Vorsitzende des NDR-Aufsichtsgremiums, Ursula Thümler, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie wollte die Sendung noch nicht beurteilen und bat, "das Ergebnis der Beratung abzuwarten".

Der frühere Vorsitzende des ZDF-Fernsehrats und CDU-Politiker Ruprecht Polenz forderte Konsequenzen. Die Einladung der Schweizerin Nora Illi, die er als "Vertreterin dieser Jihad-Vorfeldorganisation" bezeichnete, sei "völlig unverantwortlich".

Der medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Marco Wanderwitz, unterstützt diese Forderung nach Konsequenzen "vollumfänglich", erklärte er dem "Handelsblatt": "Es muss Grenzen geben, wem im Fernsehen ein Podium für die Verbreitung menschenverachtender Positionen geboten wird. Auch wenn das Format auf Widerspruch beziehungsweise Meinungsstreit angelegt ist, dürfen Extreme außerhalb des Verfassungsbogens nicht normal mit am Tisch sitzen."

Der NDR, der die Sendung produziert, verteidigt die Einladung wie berichtet. Die Entscheidung, eine radikale Befürworterin der Verschleierung und eine Verteidigerin der IS-Ideologie in der Sendung zu platzieren, sei "sorgfältig abgewogen" worden. (red, 8.11.2016)

  • Die vollverschleierte Muslimin Nora Illi Sonntagabend bei "Anne Will".
    foto: apa/afp/dpa/karlheinz schindler

    Die vollverschleierte Muslimin Nora Illi Sonntagabend bei "Anne Will".

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