Sponsorenstreit um Skistar: Vertrag ist Vertrag

Kommentar8. November 2016, 17:52
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Den Norwegern ist die Gleichbehandlung der Athleten heilig. Pech für Kristoffersen

Henrik Kristoffersen ist einer der größten Konkurrenten von Marcel Hirscher. Und um es mit dem Österreicher aufnehmen zu können, braucht der norwegische Skirennfahrer einen potenten, eigenen Kopfsponsor. Sagt Kristoffersen. Der 22-Jährige hat diesbezüglich ein lukratives Angebot – laut Medienberichten vom Salzburger Getränkehersteller Red Bull.

Dumm nur, dass Kristoffersen heuer eine Athletenvereinbarung unterzeichnet hat. Diese schreibt ihm unter anderem vor, dass er den norwegischen Verbandssponsor Telenor auf Helm und Haube zu tragen hat. Der Sportler behauptet, Norwegens Alpinsparte würde von seinem möglichen Sponsor 2,7 Millionen Euro erhalten. Eine Art Wiedergutmachung für die Ausnahme von der Regel. Telenor, sagt er, habe dem Deal zugestimmt. Der Verband nicht. Und also klagt Kristoffersen.

Als einer der Stars im Skisport könnte er weit mehr Sponsoreinnahmen lukrieren. Eine Athletenvereinbarung bietet den weniger erfolgreichen Sportlern, die schwieriger an einen Individualsponsor kommen, eine finanzielle Sicherheit. In Österreich gibt es auch Verbandssponsoren – die Athletenvereinbarung erlaubt es den Sportlern aber, sich eigene Kopfsponsoren zu suchen. Der Streitfall Kristoffersen wäre also hierzulande keiner. Aber Kristoffersen ist Norweger. Und den Norwegern ist die Gleichbehandlung der Athleten heilig. Pech für Kristoffersen. (Birgit Riezinger, 8.11.2016)

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