Korruptionsaffäre in Südkorea erreicht Samsung

8. November 2016, 17:19
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Konzessionen an Opposition

Seoul – In Südkorea wird der Elektronikkonzern Samsung in die Machtmissbrauchsaffäre um Präsidentin Park Geun Hye hineingezogen. Im Zusammenhang mit dem Fall durchsuchten am Dienstag Ermittler Büros des Unternehmens, wie aus Kreisen der Staatsanwaltschaft verlautete. Im Zentrum der Affäre steht eine Freundin Parks, die sich ohne offizielle Funktion massiv in die Regierungsgeschäfte eingemischt und Einfluss in der Sport- und Kulturwelt ausgeübt haben soll.

Der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge wird geprüft, ob Samsung einer Tochter dieser Freundin unzulässige finanzielle Unterstützung gewährt habe. Die Tochter war früher Mitglied des südkoreanischen Reitsportteams.

Park hat sich für den Skandal bereits entschuldigt. Sie steht massiv unter Druck. Am Wochenende gab es gegen sie in der Hauptstadt Seoul eine der größten Demonstrationen der vergangenen Jahre. Im Zuge der Krise hat Park mehrere ihrer engsten Berater verloren und einen neuen Ministerpräsidenten und einen neuen Finanzminister ernannt.

Konzessionen an Opposition

Um die Krise zu bewältigen, zeigt sich Park bereit, auf Forderungen der Opposition einzugehen. Yonhap zufolge betonte sie in einem Treffen mit dem Parlamentspräsidenten, ihren Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten zurückzuziehen, wenn das Parlament einen neuen vorschlage. Außerdem habe Park angeboten, dass der neue Ministerpräsident das Kabinett kontrollieren werde und nicht sie selbst, wie nach einem Treffen der Staatschefin mit dem Parlamentspräsidenten verlautete.

Die Opposition hatte kritisiert, dass die konservative Staatschefin ohne Rücksprache mit den Parteien den als liberal geltenden früheren Berater im Präsidialamt, Kim Byong-joon, als neuen Ministerpräsidenten nominiert hatte. Der nunmehrige Rückzieher wurde auch als Versuch gesehen, die Opposition zu beschwichtigen. Diese hatte Ermittlungen gegen Park wegen eines Korruptionsskandals um eine ihrer Vertrauten gefordert. (red, Reuters, 9.11.2016)

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