"Generation what?" auf Ö3: Um den Schlaf gebracht

8. November 2016, 16:46
5 Postings

Themen von mitunter philosophischer Tiefe fordern die zum Nachmitternachts-Feelgood abgestellten Moderatoren

Für einen ausgeprägten diskursiven Ansatz ist der Populärsender Ö3 ebenso nicht gerade bekannt wie für zu anspruchsvollen Musikgeschmack.

Themen von mitunter philosophischer Tiefe fordern seit dem Frühjahr allerdings die zum Nachmitternachts-Feelgood abgestellten Moderatoren. Wie Österreichs Junge ticken (alle über 34 sind da ein ergrauender Sammelposten am Rand der Statistik), will Generation what? anhand 149 ausgeklügelter Fragen zu Job, Familie, Geld, Politik, Sex et cetera noch ein paar Folgen lang herausfinden.

"Gibt es zu viele Ungerechtigkeiten?", konfrontierte Kevin Piticev seine Hörergemeinde Montagnacht. Ob mit bekümmertem Blick auf die Verteilung globalen Reichtums, bezüglich Gender, Lebensmittelspekulationen oder Waffenlieferungen – Ungerechtigkeiten seien an der Tagesordnung, klagte denn auch ein Anrufer. "Je mehr du di bemühst, desto mehr wirst oft ausg'nutzt", wusste Christoph, lebenskluge 20 Jahre, im Namen der Liebe beizutragen.

Geradezu mäeutisch wäre Piticevs Kunst des Erkenntnisstiftens durch Widerspruch und Gegenfrage auf solcherlei Anwürfe ans Universum zu nennen. "Ganz ehrlich: War das jemals anders?", lockte er sein Publikum aus der Reserve des Schlafs. "Heute ist doch alles möglich, kannst du aus eigener Kraft alles aus dir machen!" Sprach's und spielte Van Halens Jump: I get up, and nothin' gets me down. "Wenn alles immer glatt wär, würd man keine Lebenserfahrung sammeln", gab sich auch eine Anruferin tapfer.

"Alles, was nicht nach meinem Kopf passiert, ist ungerecht", benannte einer neben Neid eine weitere Teilwahrheit. "Gibt es zu viel Individualismus?" steht dazupassend am Freitag (00.05 Uhr) zur Debatte. (Michael Wurmitzer, 8.11.2016)

  • Die "Generation what?".
    foto: ö3/upian

    Die "Generation what?".

Share if you care.