Salzburg beim Lohnniveau weit hinten

8. November 2016, 16:20
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Tourismus sorgt für Niedriglöhne – Nur Tiroler und Burgenländer verdienen weniger

Salzburg – Das Land Salzburg gilt allenthalben als eher reiches Bundesland. Das mag gut fürs Image sein, entspricht aber nicht der Realität: Im Ranking der Bundesländer ist Salzburg 2015 auf den siebenten Platz abgerutscht. Nur im Burgenland und in Tirol liegt das Brutto-Medianeinkommen unter dem von Salzburg.

Laut einer von der Arbeiterkammer publizierten Analyse der Einkommensdaten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger verdienten die Salzburger vergangenes Jahr 2.045 Euro im Monat. Zum Vergleich: Auf Platz eins liegt Vorarlberg mit einem Brutto-Medianeinkommen von 2.240 Euro im Monat, gefolgt von Oberösterreich mit 2.207 Euro. Geringfügig Beschäftigte oder Lehrlinge sind in diesen Summen nicht enthalten.

Auch im Bezirksvergleich schneidet Salzburg zunehmend schlechter ab. Der mit 2.166 Euro "reichste" Bezirk, der Flachgau, ist längst aus den Top 20 der österreichischen Bezirke herausgefallen. Den höchsten Lohn bekommt man mit 2.723 Euro übrigens im oberösterreichischen Steyr.

Der Hauptgrund für das vergleichsweise schlechte Abschneiden Salzburgs sei in der Wirtschaftsstruktur zu finden, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler. Mehr als drei Viertel – 77,6 Prozent – seien im Dienstleistungssektor beschäftigt; im Österreich-Schnitt seien es 74,1 Prozent.

Geringe Arbeitslosigkeit

Vor allem der Tourismus sorge hier für Niedriglöhne. Im Fremdenverkehr liege der Verdienst um rund ein Fünftel unter dem Landesdurchschnitt. Gleichzeitig seien aber mit 17 Prozent knapp doppelt so viele Salzburger im Tourismus beschäftigt wie im österreichischen Schnitt.

Dramatisch niedrig sei der Reallohnzuwachs in den vergangenen fünf Jahren, vergleiche man diesen mit den Wohnungskosten in Salzburg, sagt AK-Chef Pichler. Während die Wohnungskaufpreise um 35 Prozent gestiegen seien, hätten sich die Einkommen nominell nur um 12,2 Prozent erhöht.

Die positive Nachricht für die Salzburger: Mit einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent liege man vor Vorarlberg und Oberösterreich, die auf je 6,1 Prozent kommen. Und auch der Ausblick auf 2016 stimmt die AK zuversichtlich: Positive Konjunktureffekte seien vor allem auf die Lohnsteuerreform und die Ausgaben für die Flüchtlingsbetreuung zurückzuführen. Laut Wifo-Prognose betrage der Wachstumseffekt jeweils plus 0,4 Prozent. (neu, 8.11.2016)

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