Spritpreis an slowenischen Autobahnen wird freigegeben

8. November 2016, 16:13
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Die Regierung erwartet keine wesentlichen Preissteigerungen, die Wirtschaftskammer sehr wohl

Ljubljana – Slowenien hat einen weiteren Schritt zur Liberalisierung der Kraftstoffpreise gemacht. Die Spritpreise bei Tankstellen entlang der slowenischen Autobahnen werden künftig nicht mehr vom Staat reguliert, hat die Regierung beschlossen. Die Verordnung, die am Mittwoch in Kraft treten wird, ermöglicht den Tankstellenbetreibern, ihre Margen selbst zu bestimmen.

Die neue Maßnahme gilt für Dieselkraftstoff und Superbenzin. Die Preise für die restlichen Kraftstoffe sind bereits im Frühjahr dereguliert wurden. An den Tankstellen, die nicht an Autobahnen oder Schnellstraßen liegen, gelten weiterhin die von der Regierung im 14-Tage-Takt regulierten Preise.

Preissteigerungen möglich

Die Regierung erwartet keine größeren Preissteigerungen. Sollte es dennoch dazu kommen, hat sie die Möglichkeit, die Preise wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Das Wirtschaftsministerium kündigte außerdem an, bis Mitte nächsten Jahres ein Internetportal einzurichten, das über die Preise an allen Tankstellen informieren soll.

Die slowenische Wirtschaftskammer (GZS) mahnte unterdessen, dass die Preise wegen fehlender Konkurrenz dennoch steigen könnten. Die Tankstellen entlang der Autobahnen werden praktisch von zwei Betreibern dominiert, vom staatlichen Ölkonzern Petrol und der slowenischen OMV-Tochter, die insgesamt rund 90 Prozent dieses Marktes beherrschen. Aus diesem Grund blicken auch die Verbraucherorganisationen der Deregulierung mit Vorsicht entgegen.

Die Wirtschaftskammer geht davon aus, dass die Margen im Durchschnitt um 10 bis 15 Cent pro Liter steigen könnten. Bei einem 50-Liter-Tank könnte das Tanken an der Autobahn künftig um 5 bis 7,5 Euro mehr kosten. Diesel kostet in ganz Slowenien derzeit 1,13 Euro pro Liter, Super knapp 1,23 Euro pro Liter. (APA, 8.11.2016)

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