ÖVP will Jäger auch Pistolen führen lassen

8. November 2016, 13:39
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Gesetzesänderung auf Drängen der Landesjagdverbände geplant

Wien – Die ÖVP sorgt sich um die Sicherheit der Jäger und will ihnen auch den Einsatz von Kurzwaffen erlauben. Laut einem Bericht des Ö1-"Mittagsjournals" vom Dienstag ist der Volkspartei das Thema so wichtig, dass sie auf Drängen der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände einen solchen Gesetzesvorschlag einbringen will.

Als Beispiel für die Notwendigkeit einer entsprechenden Novellierung des Jagdgesetzes führt Peter Lebersorger, der Generalsekretär der Zentralstelle, Verkehrsunfälle mit Wildtieren an. Verletzte Tiere im Dickicht oder in verbautem Gebiet mit einem Fangschuss zu töten, sei mit einer Langwaffe nahezu unmöglich, so Lebersorger. "Für solche Situationen brauchen wir die Faustfeuerwaffe."

Die Praktiker in den Revieren

Schon jetzt dürfen Jäger mit behördlicher Genehmigung Kurzwaffen wie Pistolen oder Revolver führen, das werde in der Praxis nach einem Spruch des Verwaltungsgerichtshofes allerdings kaum bewilligt, heißt es in dem Bericht. Lebersorger nennt dies eine Lücke, die durch die Gesetzesänderung geschlossen werden könnte. Die für die Einschränkung verantwortlichen Personen seien laut dem Verbandspräsidenten anders als "die Praktiker in den Revieren draußen" noch nie auf der Jagd gewesen.

ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka bestätigte bei der am Dienstag stattfindenden ÖVP-Klubenquete zu den "Herausforderungen für die Jagd im 21. Jahrhundert" die Pläne, er hält "diese kleine Änderung für gerechtfertigt" und will nicht von einer Lockerung der Waffengesetzgebung sprechen. Dass sich die Zahl der Waffen in der Bevölkerung erhöhe, befürchte Lopatka nicht. Am deutlichen Ja der Volkspartei zur Jagd gebe es nichts zu rütteln, sagte der Klubobmann bei der Veranstaltung.

Ein weiterer Wunsch der Jägerschaft, die Zulassung von Schalldämpfern für die Jagd, um Gehörschäden bei sich selbst und ihren Hunden zu verhindern, wird teilweise erfüllt. Weil sich der Koalitionspartner SPÖ querlegt, wird das laut Dagmar Hinghofer-Szalkay, Referentin im Kabinett des Innenministers, zunächst nur Berufsjägern gestattet.

Bei den von der EU geplanten Waffengesetzverschärfungen unter dem Titel Terrorabwehr habe man zusammen mit anderen Staaten das Schlimmste verhindern können, sagte Hinghofer-Szalkay. Geplant wäre unter anderem gewesen, halbautomatische Gewehre völlig zu verbieten, neben psychischen auch medizinische Tests vorzuschreiben und manche Spielzeuggewehre als Waffen einzustufen. Hier laufen die Verhandlungen auf EU-Ebene noch bis Ende 2016 oder Anfang 2017. (red, APA, 8.11.2016)

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