Der Zeitplan für die US-Wahlnacht und die wichtigsten Swing-States

8. November 2016, 09:38
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Die ersten Ergebnisse kommen in der Nacht auf Mittwoch unserer Zeit – Viele alte, aber auch neue Swing-States

Die USA erstrecken sich über sechs Zeitzonen, deshalb öffnen und schließen die Wahllokale in den östlichen Bundesstaaten viele Stunden früher als an der Westküste. Die Bürger von Hawaii und Alaska sind die Schlusslichter in der langen Reihe der Staaten. Die Inselbewohner können ihre Stimme von 18 Uhr MEZ bis 5 Uhr morgens abgeben, in Alaska sind die Wahllokale von 17 Uhr MEZ bis 6 Uhr geöffnet.

Mit der Schließung im nördlichsten Bundesstaat ist die US-Wahl beendet. Die meisten Wahllokale öffnen um 6 Uhr Ortszeit (12 bis 15 Uhr MEZ, je nach Zeitzone).

So schaut es genau aus:

Mittwoch, 9. November kurz nach Mitternacht MEZ:

- Jetzt laufen die ersten Prognosen über den Ausgang der Wahl in einzelnen Staaten über die Fernsehsender.

- Die Wahlurnen in weiten Teilen von Indiana und Kentucky werden versiegelt.

1.30 Uhr:

- Wichtige Staaten wie North Carolina und Ohio, in denen der Ausgang vollkommen offen ist, schließen die Wahllokale.

2 Uhr:

- Bis zu diesem Zeitpunkt können die Wähler in der Hauptstadt Washington ihr Kreuz machen. Außerdem wichtig: Wer gewinnt in Pennsylvania und Florida?

3 Uhr:

- Jetzt schließen die Wahllokale in New York, Heimatstadt und -staat Hillary Clintons und Donald Trumps. Außerdem die Staaten mit Central Time wie Michigan (Rennen offen), Wisconsin (eher Clinton) und Colorado (offen).

- Der Staatengürtel mit Mountain Time schließt seine Wahlen ab. Dazu zählt etwa Arizona (offen).

05 Uhr:

- Der wichtigste Staat mit Pacific Time ist Kalifornien. Wenn die Wahllokale dort um 20 Uhr Ortszeit schließen, ist es bei uns 5 Uhr in der Früh.

Gegen 5.15 Uhr:

- Das war in der Wahlnacht 2012 der Moment, in dem drei US-Fernsehsender Barack Obama zum sicheren Sieger erklärten.

Die Swing-States:

Die US-Präsidentschaftswahl entscheidet sich in wenigen Staaten, die historisch einmal für die eine, einmal für die andere Partei gestimmt haben.

- Florida (29 Wahlleute, Umfrageschnitt bei realclearpolitics.com: Clinton 47,4 Prozent, Trump 46,2 Prozent)

Seitdem in Florida im Jahr 2000 wochenlang die Stimmen von George W. Bush und Al Gore erneut ausgezählt wurden und Bush schließlich mit 537 Stimmen vorne lag, ist klar: Die Entscheidungen hier sind oft besonders eng. Trump setzt stark auf Florida, ohne die vielen Wahlleute dort wird es für ihn sehr schwer. Wegen des hohen Latino-Anteils müsste er eigentlich im Hintertreffen liegen, denn seit den Forderungen nach einer Mauer gegen mexikanische Einwanderer ist er bei diesen extrem unbeliebt. Sein Vorteil ist aber, dass in Florida eher konservative Latinos leben, viele davon ursprünglich aus Kuba. Sie scheinen für ihn besser erreichbar.

- Pennsylvania (20 Wahlleute, Umfrageschnitt: Clinton 46,3, Trump 43,6)

Pennsylvania wird zwar zu den klassischen Swing States gezählt, spielte aber selten eine entscheidende Rolle. Das ist dieses Jahr anders. Viele Wahlforscher sagen, wer diesen Staat gewinnt, gewinnt die Wahl. Pennsylvania, im Nordosten der USA, liegt im sogenannten Rust Belt, der früher stark von der Industrie geprägt war. Heute leidet der Staat unter dem Wegfall Tausender Stellen, das wirtschaftliche Klima ist schlecht. Trump hat versucht, daraus für seinen Wahlkampf Kapital zu schlagen, Clinton hat mit Macht dagegen gehalten.

- North Carolina (15 Wahlleute, Umfrageschnitt: Clinton 45,8, Trump 47,3)

In North Carolina zeigt sich besonders gut, ob die Strategien der beiden Wahlkampfteams aufgehen: Kann Trump die oft eher abstimmungsfaulen weißen Wähler der Arbeiterklasse zum Gang an die Urnen motivieren oder haben die massiv geschalteten Wahlwerbespots von Clinton mehr Erfolg? 2012 gewann der Republikaner Mitt Romney hier knapp, und Trump hat ohne den Staat kaum eine Chance auf den Sieg. Die dort lebenden Bevölkerungsgruppen sind denen anderer Staaten zu ähnlich – würde er hier verlieren, dann ziemlich sicher auch in anderen Staaten mit ähnlicher demografischer Zusammensetzung.

- Colorado (neun Wahlleute, Umfrageschnitt: Clinton 43,3, Trump 40,4)

Rund um die Hauptstadt Denver hat der US-Staat Colorado in den vergangenen Jahren einen kleinen Boom erlebt. Viele gut gebildete und junge Menschen sind hierher gezogen, weshalb sich die Demokraten um Clinton dieses Mal hier mehr Hoffnungen als früher machen. Barack Obama hat hier jeweils knapp gewonnen, jetzt könnte es deutlicher werden. Damit ginge der Staat zum ersten Mal in über einem Jahrhundert in drei aufeinanderfolgenden Wahlen an die Demokraten.

- New Hampshire (vier Wahlleute, Umfrageschnitt: Clinton 41,8 – Trump 43,4)

Im traditionell demokratischen Nordosten liegt New Hampshire. Lange sah es so aus, als ob Clinton hier sicher siegen würde, doch die Umfragen sind enger geworden, am Montag will deshalb Präsident Obama dort auftreten, um Wähler auf Clintons Seite zu ziehen. Auch in diesem Staat leben besonders viele weiße Wähler ohne College-Abschluss, Trumps stärkste Befürworter. Sollte Clinton verlieren, könnte sie den Staat aber mit Nevada ersetzen, wo wiederum die Demokraten anders als üblich gute Chancen haben und erste Berichte unter Briefwählern für Clinton sprechen.

Zusammenfassend: Einschätzung für die Staaten auf Basis der Umfragen.

Für eine Mehrheit werden 270 Wahlmänner benötigt.

Wahrscheinliche und sichere Staaten für Trump:

Alabama (9 Wahlmänner), Alaska (3), Arkansas (6), Idaho (4), Indiana (11), Kansas (6), Kentucky (8), Louisiana (8), Mississippi (6), Missouri (10), Montana (3), Nebraska (4), North Dakota (3), Oklahoma (7), South Dakota (3), Tennessee (11), Texas (38), Utah (6), West Virginia (5), Wyoming (3)

Eher Trump: South Carolina (9)

Gesamt Trump: 164

Wahrscheinliche und sichere Staaten für Clinton:

Kalifornien (55), Delaware (3), District of Columbia (3), Hawaii (4), Illinois (20), Maryland (10), Massachusetts (11), New Jersey (14), New York (29), Rhode Island (4), Vermont (3), Washington (12)

Eher Clinton: Connecticut (7), Maine (1), Minnesota (10), Oregon (7), Virginia (13), Wisconsin (10)

Gesamt Clinton: 216

Weder Trump noch Clinton zuordenbare Staaten:

Arizona (11), Colorado (9), Florida (29), Georgia (16), Iowa (6), Maine (1), Michigan (16), Nevada (6), New Hampshire (4), New Mexico (5), North Carolina (15), Ohio (18), Pennsylvania (20)

Gesamt offen: 158. (red, 8.11.2016)

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