Medien: Rechtsextreme deutsche Gruppe Freital wird angeklagt

7. November 2016, 18:44
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Vorwurf der Gründung rechtsterroristischer Vereinigung

Berlin – Der deutsche Generalbundesanwalt erhebt gegen acht Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Freital aus Sachsen laut Medienberichten Anklage wegen Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung. Das berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und MDR am Montag unter Berufung auf die Anklageschrift, die den Anwälten der Beschuldigten zugestellt worden sei.

Demnach hätten die Mitglieder der Gruppe von Juli 2015 an versucht, ihre rechtsextreme Gesinnung durchzusetzen, indem sie Anschläge begingen. Unter anderem hätten sie Asylbewerberheime sowie das Auto eines Stadtrats der Linkspartei angegriffen. Angeklagt werden demnach sieben Männer und eine Frau.

Der Vorwurf lautet in der Anklageschrift laut Bericht auch auf versuchten Mord. Zwar sei niemand ums Leben gekommen, doch hätten die Täter den Tod ihrer Opfer billigend in Kauf genommen.

Als Rädelsführer sieht die Bundesanwaltschaft den Angaben zufolge die Beschuldigten Timo S. und Patrick F., die Anfang 2015 zunächst eine "Bürgerwehr" gegründet hätten. Anfang November 2015 sollen Mitglieder der Gruppe aus der Ortschaft Freital bei Dresden Feuerwerkskörper an Fensterscheiben einer Flüchtlingsunterkunft zur Explosion gebracht haben.

Die Ermittlungen gegen die Gruppe Freital waren zunächst von der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden geführt worden. Dabei gab es Vorwürfe von Kritikern, der Fall werde nicht ernst genug genommen. Im April 2016 hatte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen an sich gezogen. (APA, 7.11.2016)

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