The Fleshtones: Die Fred Feuersteins des Garagenrock

7. November 2016, 18:32
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Die US-Band präsentiert im Wiener Das Bach ihr neues Album "The Band Drinks For Free"

Wien – Der Name erinnert an Bands der 1950er- und frühen 1960er-Jahre. The Fleshtones stammen aber aus den 1970ern, als in England The Damned und die Sex Pistols damit begannen, den Rock wieder geradlinig und mit Power und Zorn zu spielen. Punkrock also, den in den USA zeitgleich etwa die Ramones oder die New York Dolls auffrisierten.

foto: missing piece
Zieht kleine Clubs großen Arenen vor: die US-amerikanische Garage-Rock-Band The Fleshtones.

The Fleshtones wurden 1976 von Sänger, Mundharmonikaspieler und Keyboarder Peter Zaremba, Gitarrist Keith Streng, Bassist Jan Marek Pakulski und Drummer Bill Milhizer im Stadtteil Queens gegründet. Den ersten Auftritt hatte man selbstverständlich im legendären Grindlokal CBGBs. Der brachte dem Quartett einen Plattenvertrag bei Red Star Records ein, wo auch die Electropunk-Pioniere Suicide unter Vertrag waren. Mit einer weiteren New-York-Legende, The Cramps, teilte man sich einen Proberaum – und die Wertschätzung für ungestüme Neuinterpretationen roher Fifties- und Sixtiessounds.

Das hörte sich nie nach einer Revivalcombo an, sondern frisch, druckvoll, cool. Auch als The Fleshtones 1980 zum Label I.R.S. wechselten, blieb der große kommerzielle Erfolg aus, den die Labelkollegen R.E.M. oder die Go-Go's hatten. Die Alben Roman Gods (1981/82) und Blast Off! (1982) sowie die Debüt-EP Up-Front (1980) sind Klassiker des Garagenrocks.

fleshtonesofficial

Trotz etlicher Umbesetzungen machte das Quartett unbeirrt weiter, dieses Jahr erschien auch ein neues Album. The Band Drinks For Free schließt dabei an die alten Tugenden an, enthält ebenso simplen wie effektiven und mitreißenden Drei-Akkord-Punk samt Wooly-Bully-Orgel, gekreuzt mit Surf und fiktiven Film- und TV-Titelmusikthemen der 1960er. Bisweilen erinnert das an eine gemeinsame Session von Jonathan Richman, den Cramps, Ramones, Small Faces, Hoodoo Gurus und den Stones zur Brown-Sugar-Zeit. Von der Urbesetzung sind noch Zaremba, Streng und Milhizer dabei, den Bass zupft Ken Fox (vormals Jason And The Scorchers). (Gerhard Dorfi, 7.11.2016)

Wien, Das Bach, 8.11., 20.00

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