Kunstfälscher nach Scheinkauf aufgeflogen

7. November 2016, 17:36
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Bande hatte dutzende Gemälde angeboten – Festnahme in Hotel am Flughafen Schwechat

Wien/Schwechat – Mit einem Scheinkauf haben Ermittler des Stadtpolizeikommandos Schwechat eine Kunstfälscherbande auffliegen lassen. Die Täter hatten in einem Verkaufskatalog die Gemälde zum Gesamtpreis in der Höhe von 72 Millionen Euro angeboten. Sechs Beteiligte wurden mit Unterstützung des Bundeskriminalamtes (BK) und des Landespolizeikommandos Niederösterreich ausgeforscht.

Die Schwechater Ermittler hatten sich zu Jahresbeginn nach einem Tipp auf die Fährte der Bande gesetzt. Demnach wollte eine slowenisch-österreichische Tätergruppe angebliche Bilder von Pablo Picasso veräußern – am besten in einem Hotel am Flughafen Wien-Schwechat. Die Fahnder schalteten das Landeskriminalamt Niederösterreich und das Bundeskriminalamt ein.

Der Verdacht erhärtete sich, als der Verkaufskatalog angeboten wurde. Die Ermittler erwirkten eine gerichtliche Bewilligung für ein Scheingeschäft. Dabei sollten am Flughafen Wien in einem Hotel fünf Picassos um rund zehn Millionen Euro verkauft werden. Das Einsatzkommando Cobra wurde eingeschaltet, da die Polizisten nicht ausschlossen, dass die Täter bewaffnet sind. Die Festnahme lief jedoch reibungslos ab.

Bei den sechs Beteiligten handelt es sich um fünf Österreicher und einen Slowenen. Sie behaupteten bei den Einvernahmen, dass sie von der Echtheit der Bilder überzeugt waren. Unklar ist noch, wer die Werke wann, wo und in wessen Auftrag gefälscht hat.

"Der Kunstmarkt befindet sich enorm im Entwickeln. Auch der illegale, auch im Internet, auch im Darknet", sagte BK-Direktor Franz Lang. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) erläuterte, warum der Kunstmarkt auch sicherheitspolitisch ein immer größeres Thema wird. "Im Kunstmarkt tauchen immer wieder Gegenstände aus Museen und aus Kriegsgebieten auf." Diese würden auch von Terroristen "zur Finanzierung ihrer Ziele" angeboten. (APA, red, 8.11.2016)

  • Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) inspiziert eine Fälschung des Picasso-Werks "Woman in the mirror".
    foto: apa/f

    Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) inspiziert eine Fälschung des Picasso-Werks "Woman in the mirror".

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