FBI-Chef nach E-Mail-Prüfung: Keine Hinweise auf kriminelles Verhalten Clintons

7. November 2016, 08:51
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Bundespolizeichef James Comey: Neue Clinton-E-Mails erfordern keine Neubewertung der Affäre

Washington – Eine Prüfung von neuentdeckten E-Mails hat keine Hinweise auf ein kriminelles Verhalten der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ergeben. Zu dieser Einschätzung sei die Bundespolizei FBI nach Auswertung der Mails gekommen, teilte deren Chef James Comey am Sonntag in einem Brief an den US-Kongress mit. Aus Polizeikreisen erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters, dass die Ermittlungen damit eingestellt worden seien.

Bei den Untersuchungen ging es darum, dass Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin einen privaten Server in ihrem Haus auch für dienstliche Korrespondenz genutzt hatte. Wäre dadurch die Sicherheit der USA gefährdet worden, indem Hacker leicht an Geheimdokumente gelangt wären, hätte das zu einer Anklage führen können. Die Affäre hatte Clinton im Wahlkampf immer wieder belastet.

Neu entdeckte Mails

Vergangene Woche sorgte ein Brief Comeys an den Kongress für weitere Aufregung, in dem von den neuentdeckten Clinton-Mails berichtet wurde. Der republikanische Kandidat Donald Trump hatte den umstrittenen Schritt des FBI-Chefs im Wahlkampf massiv gegen Clinton verwendet, um ihr kriminelle Machenschaften zu unterstellen.

Nach der Prüfung des Laptops von Clintons Beraterin bleibe nun die Bewertung seines Büros vom Juli gültig, erklärte Comey in seinem Brief. Damals hatte er als Ergebnis von Nachforschungen zwar erklärt, dass Clinton einen "extrem verantwortungslosen Umgang" mit den E-Mails gepflogen habe. Hinweise auf einen bewussten Gesetzesverstoß habe das FBI aber nicht gefunden.

Clintons Wahlkampfteam zeigte sich umgehend erfreut über die Neuigkeiten. "Wir waren uns immer sicher, dass es keinen Grund geben wird, die Entscheidung vom Juli zu ändern. Direktor Comey hat das nun bestätigt", schreib ihr Pressesprecher Brian Fallon auf Twitter.

Trump zweifelt am Ermittlungsergebnis

Auch Trump reagierte umgehend, bezweifelte die Gründlichkeit der FBI-Ermittlungen und erklärte, Clinton werde von einem "manipulierten System" geschützt. "Die Ermittlungen werden weitergehen", sagte er bei einer Wahlveranstaltung in Sterling Heights im Bundesstaat Michigan. Die Behörden würden Clinton nicht entkommen lassen. (APA. dpa, Reuters, 6.11.2016)

Kommentar von Gianluca Wallisch: E-Mail-Affäre: FBI-Ermittlungen als Wahlfaktor

  • Hillary Clinton (hier bei einer Messe in Philadelphia) kann aufatmen.
    foto: reuters/brian snyder

    Hillary Clinton (hier bei einer Messe in Philadelphia) kann aufatmen.

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