Leipzig punktegleich mit Bayern

6. November 2016, 20:04
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Aufsteiger nur wegen schlechterer Tordifferenz hinter Rekordmeister – Schöpf-Doppelpack für Schalke

Leipzig – Aufsteiger RB Leipzig hat nun sogar den FC Bayern München eingeholt und den nächsten Rekord in der deutschen Bundesliga eingestellt. Der Neuling feierte am Sonntag einen überzeugenden 3:1 (3:0)-Erfolg gegen Mainz, ist damit auch nach dem zehnten Spieltag noch unbesiegt und egalisierte damit die Aufsteiger-Bestmarke des MSV Duisburg von vor 23 Jahren.

Zudem zogen die Leipziger, bei denen Stefan Ilsanker und Marcel Sabitzer durchspielten, mit den Bayern nach Punkten gleich (24): Nur die Torbilanz trennt den erst 2009 gegründeten Verein noch vom Rekordmeister und Tabellenführer.

Nach 120 Sekunden brachte Timo Werner die Leipziger in Führung, Emil Forsberg (21.) und erneut Werner (44.) sorgten noch vor der Halbzeit für die Vorentscheidung. Für Mainz traf der eingewechselte Stefan Bell (74.), Karim Onisiwo stand für Mainz die gesamte Spielzeit auf dem Platz.

Schöpf schickt Werder in den Keller

Schalke 04 blieb am Sonntag dank Alessandro Schöpf in der Erfolgsspur. Nach dem verdienten 3:1 (2:1) gegen Werder Bremen sind die Gelsenkirchener bereits fünf Spiele ohne Niederlage. Treffer von Schöpf (35., 63.) und Nabil Bentaleb (38.) sorgten dafür, dass Salzburgs EL-Gruppengegner nach seinem Katastrophenstart immerhin den Platz im Tabellenmittelfeld festigen konnte. Für Schöpf, der zuerst nach einem Abpraller per Kopf zur Stelle war und schließlich nach Vorlage von Sead Kolasinac einschoss, waren es die ersten Saisontore.

Die abstiegsbedrohten Bremer, bei denen Zlatko Junuzovic und Philipp Grillitsch durchspielten, rutschten mit der dritten 1:3-Niederlage in Serie auf den Relegationsplatz, ein verwerteter Foulelfmeter von Serge Gnabry (42.) war zu wenig.

Feueralarm

In Leipzig konnte auch ein falscher Feueralarm unmittelbar vor Anpfiff die Gastgeber nicht stoppen: Kurzzeitige Verwirrung löste er nur auf den Rängen aus. Nach einem leichtfertigen Ballverlust der Mainzer Sturmspitze Jhon Cordoba auf Höhe der Mittellinie landete der Ball nach direkter Kombination blitzschnell im Strafraum, Forsberg konnten die Mainzer am Torschuss noch entscheidend hindern, Werner nicht mehr.

Drei Tage nach dem 1:6-Debakel im Europa-League-Spiel in Anderlecht drohte der FSV-Mannschaft von Trainer Martin Schmidt das nächste Debakel. Ein nicht (an)erkanntes Handspiel von Giulio Donati im Strafraum bewahrte die Gäste noch vor dem zweiten Gegentreffer (13.). Aber es dauerte nicht lange, da nutzte Forsberg einen der wuchtig vorgetragenen Angriffe zum 2:0. Sechs Minuten später schob Werner den Ball knapp am Tor vorbei.

Ilsanker rechter Verteidiger

Beklagen konnten sich die Mainzer also nicht. Große Gefahr ging von den Gästen, die die Hälfte ihrer 14 Punkte in dieser Saison auswärts geholt hatten, wahrlich nicht aus, die Leipziger Abwehr mit dem wiedergenesenen Marvin Compper wurde mit Cordoba mehr als gut fertig. Der erstmals als rechter Verteidiger eingesetzte Ilsanker bestätigte die große Flexibilität der Leipziger, die nach Werners zweitem Tor mit tosendem Applaus in die Pause verabschiedet wurden.

Und sie wollten sich auf ihre Weise bedanken nach dem Seitenwechsel, Yussuf Poulsen (58.), Werner (61.) und Forsberg (72.) scheiterten aber. Von Aufbäumen war bei den Mainzern lange nichts zu sehen, selbst wenn Bell noch der Anschlusstreffer gelang. Mehr als Schadensbegrenzung war gegen dieses RB-Ensemble nicht drin. Aktuell sehe er für seine Mannschaft keine Grenzen, hatte Hasenhüttl vor dem Spiel in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gesagt. "Und ich weiß auch nicht, wo im Moment dieses Limit liegen sollte." (APA, 6.11.2016)

  • Die erfolgreiche Leipziger Bullenherde.
    foto: apa/afp/john macdougall

    Die erfolgreiche Leipziger Bullenherde.

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