Strasser 24-Stunden-Zeitfahrweltmeister

6. November 2016, 13:26
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Extremradfahrer spulte in Kalifornien 886 Kilometer mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 37,18 km/h ab

Anaheim – Extremradfahrer Christoph Strasser ist bei den 24-Stunden-Weltmeisterschaften im Einzelzeitfahren in den USA überlegen zum Titel gerast. Der Steirer bewältigte im kalifornischen Borrego Springs nicht weniger als 886 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,18 km/h. Damit strampelte er über 80 km weiter als der zweitplatzierte Titelverteidiger Marko Baloh (SLO). "Das hätte ich nicht erwartet", sagte Strasser danach.

Der seit Freitag 34-Jährige blieb bei schwierigen äußeren Verhältnissen mit zwölf Grad in der Nacht und bis zu 33 Grad untertags nur zehn Kilometer unter seinem im Vorjahr in Berlin aufgestellten Weltrekord.

In den ersten fünf Stunden des Rennens bildete sich ein Führungsquartett, dann drehte der Kraubather auf: "Ich habe das Tempo verschärft, für zwei Runden die Watt auf über 300 geschraubt, und konnte mich entscheidend absetzen", analysierte Strasser, der unterwegs zwecks Abkühlung einen Abstecher ins Hotel machte.

Abkühlung im Hotel-Pool

"Es war richtig heiß und alle haben gelitten. Die letzten acht Stunden standen unter dem Motto: durchkommen und irgendwie die Runden überleben. Kurz vor der letzten Rennstunde, ich passierte jede Runde mein Hotel, entschloss ich eine schnelle Abkühlung zu nehmen. Ich stieg kurz vom Rad und stecke meinen Kopf in den Pool. Das hat mich extrem gepusht und ich konnte wieder Vollgas geben".

Abgesehen von dem kurzen Abkühlungsabstecher legte Strasser nur zwei kurze, erzwungene Pausen ein. Durch den schlechten Straßenbelag wurde der Getränkehalter locker, musste angeschraubt werden, und einmal musste er vom Rad, um die Batterien des Lichtes zu wechseln. Verpflegung und Bekleidungswechsel fanden unterwegs auf dem Rad statt.

"Großartiger Erfolg, ich bin hin und weg. Natürlich habe ich mit dem ersten Platz spekuliert, aber nicht mit so vielen Kilometern", freute sich Strasser, der sich nach der Verschiebung des 24h-Bahnweltrekordversuches kurzfristig für den Trip nach Kalifornien entschieden hat. (red, 6.11.2016)

  • Christoph Strasser radelte um 80 Kilometer weiter als der zweitplatzierte Titelverteidiger Marko Baloh aus Slowenien.
    foto: karelly | www.lupispuma.com

    Christoph Strasser radelte um 80 Kilometer weiter als der zweitplatzierte Titelverteidiger Marko Baloh aus Slowenien.

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