Zwischenfall bei Obama-Rede: "Buht nicht, geht wählen"

5. November 2016, 13:36
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Zwischenrufer stört Präsidenten-Rede auf Clinton-Wahlveranstaltung – Stimmung heizt sich auf, Obama ruft Publikum zur Ruhe auf

Washington – Vier Tage vor der US-Präsidentenwahl hat ein Zwischenfall bei einer Rede von Amtsinhaber Barack Obama für neuen Zündstoff im ohnehin aufgeheizten Wahlkampf gesorgt. Bei einer Veranstaltung für die demokratische Kandidaten Hillary Clinton in North Carolina heizte sich am Freitag die Stimmung auf, als ein Zwischenrufer versuchte, Obama zu unterbrechen.

Er trug ein Schild mit dem Namen des republikanischen Bewerbers Donald Trump. Obama gelang es schließlich, die aufgebrachten Clinton-Anhänger zu beruhigen. "Buht nicht, geht wählen", rief er ihnen zu. Trump stellte den Vorfall indes anders dar. Obama habe den Trump-Anhänger angeschrien, erklärte er in einer Wahlkampfrede in Pennsylvania. Jüngste Umfragen deuten auf ein knappes Rennen bei der Wahl am Dienstag hin. In einer Erhebung für die Nachrichtenagentur Reuters liegt Clinton fünf Prozentpunkte vor ihrem Rivalen.

Obama fordert Respekt gegenüber Trump-Parteianhänger

In Fayetteville in North Carolina hatten sich zumeist afroamerikanische Anhänger Clintons in einer Turnhalle versammelt, um die Obama-Rede zu hören. Plötzlich erhob sich ein älterer weißer Mann in Uniform, schwenkte ein Trump-Plakat und versuchte, Obamas-Rede zu stören. Die Menge reagierte mit Buh-Rufen. "Jeder von Euch setzt sich jetzt hin und ist einen Moment ruhig", erklärte Obama, während der Protestierende weggeführt wurde.

"Ich meine das ernst", sagte Obama, als die Zuhörer weiter buhten. "Das ist ein älterer Herr, der seinen Kandidaten unterstützt. Wir leben in einem Land, in dem die Redefreiheit respektiert wird", erinnerte Obama an die Grundwerte der Demokratie. "Es sieht so aus, als ob er in unserer Armee gedient hat. Das müssen wir respektieren." Mit der Aufforderung: "Buht nicht, geht wählen!" brachte er wieder Ruhe in den Saal.

Trump berichtet von Obama-Gebrüll

Trump erklärte hingegen vor seinen Anhängern, Obama habe den Mann und nicht die Clinton-Anhänger zurechtgewiesen. "Er hat ihn angebrüllt, regelrecht angebrüllt."

North Carolina und Pennsylvania gehören zu den Staaten, die wahlentscheidend sein könnten und wo sich beide Kandidaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Instituts Ipsos für Reuters kommt Clinton landesweit auf 44 Prozent der Stimmen, Trump auf 39 Prozent. Die Befragung fand zwischen dem 30. Oktober und dem 3. November statt. Entschieden werden dürfte die Wahl in den sogenannten Swing States, die manchmal demokratisch und dann wieder republikanisch wählen. In einigen dieser Staaten schmilzt der Vorsprung Clintons. Eingebüßt hat sie in der Wählergunst auch wegen einer E-Mail-Affäre. Sie hatte als Außenministerin unter Obama einen privaten E-Mail-Server auch für dienstliche Zwecke genutzt.

FBI-Chef James Comey erklärte zuletzt, dass neue Mails aufgetaucht seien, die für den Fall möglicherweise relevant seien. Mit der Mitteilung brach die Behörde mit der eigenen Tradition, kurz vor einer Präsidentenwahl keine politisch heiklen Informationen zu veröffentlichen. Obama sagte am Freitag in einem Interview des Senders MSNBC, er gehe nicht davon aus, dass es Comeys Absicht gewesen sei, Einfluss auf den Wahlausgang zu nehmen. "Er ist ein seriöser Staatsdiener, der das Richtige tun will." (APA, 5.11.2016)

  • Der Trump-Anhänger unterbrach Obamas Rede, die Menge buhte ihn aus, bis der US-Präsident Einhalt gebot:  "Jeder von Euch setzt sich jetzt hin und ist einen Moment ruhig, ich meine das ernst. Das ist ein älterer Herr, der seinen Kandidaten unterstützt. Wir leben in einem Land, in dem die Redefreiheit respektiert wird."
    foto: reuters/jonathan ernst

    Der Trump-Anhänger unterbrach Obamas Rede, die Menge buhte ihn aus, bis der US-Präsident Einhalt gebot: "Jeder von Euch setzt sich jetzt hin und ist einen Moment ruhig, ich meine das ernst. Das ist ein älterer Herr, der seinen Kandidaten unterstützt. Wir leben in einem Land, in dem die Redefreiheit respektiert wird."

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