Lustenau regiert wieder einmal die Erste Liga

4. November 2016, 20:44
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Nach Sieg gegen Wiener Neustadt erstmals seit dreieinhalb Jahren – Liefering nur 0:0, zweiter Heimsieg von LASK am Stück – Kapfenberg schenkt Partie gegen BW Linz her

Wien – Mit einem 1:0-Sieg gegen Wiener Neustadt hat der SC Austria Lustenau am Freitag die Tabellenführung in der Fußball-Erste-Liga übernommen. Die Vorarlberger überholten den FC Liefering, der gegen Wattens nicht über ein 0:0 hinauskam. Der LASK besiegte den Floridsdorfer AC zu Hause mit 1:0, Wacker Innsbruck und der SV Horn trennten sich torlos.

Lustenau liegt in der Tabelle nach der 17. Runde einen Punkt vor Liefering, die Salzburger haben wiederum einen Zähler Vorsprung auf den LASK. Der viertplatzierte Kapfenberger SV spielte am Freitagabend noch gegen Blau-Weiß Linz.

Lustenau erwischte im Reichshofstadion den besseren Start. Domenik Schierl musste sich bei einem Freistoß von Daniel Sobkova (17.) strecken, und die Mannschaft von Trainer Lassad Chabbi ließ weitere Chancen aus. Nach Wiederanpfiff hatte zunächst Ilkay Durmus die Führung auf dem Fuß. In der 66. Minute war Schierl erst noch nach einer Ecke zur Stelle, konnte aber Sekunden später gegen den Schuss von Raphel Dwamena nach Jailson-Flanke nichts mehr ausrichten.

Souverän

Das 1:0 spielte die Ländle-Truppe in Folge souverän über die Zeit. Die Austria, die das Ziel Aufstieg öffentlich nicht verschweigt, steht erstmals in dieser Spielzeit und erstmals seit Anfang April 2013 wieder an der Tabellenspitze.

Der LASK wäre gegen den FAC beinahe schon nach 22 Minuten in Front gelegen, doch FAC-Torhüter Martin Fraisl verhinderte aus kurzer Distanz gegen Thomas Mayer noch den Rückstand. Der 21-jährige Mayer sorgte dafür vor der Pause mit einem sehenswerten Tor für Aufsehen. Von der Strafraumgrenze traf der Linzer (43.) mit links in die lange Ecke.

Nach einem Solo von Wiener Neustadts Marco Sahanek scheiterte Dimitry Imbongo (57.) mit einem Weitschuss an Fraisl. In Abwesenheit von Top-Torjäger Rene Gartler wurde ein Versuch von Peter Michorl (72.) ebenfalls zur Beute von Fraisl. Die Konter, die die Oberösterreicher lancierten, brachten nichts mehr ein. LASK-Goalie Filip Dmitrovic hielt am Ende gegen Sahanek den zweiten Heimsieg en suite fest.

Unter Beobachtung

Liefering dominierte gegen Wattens zunächst in allen Belangen, brachte den Ball in Grödig aber nicht im gegnerischen Tor unter. In der zweiten Hälfte kamen die Tiroler vor den Augen von Red-Bull-Salzburg-Trainer Oscar Garcia besser aus der Kabine. Florian Toplitsch hatte in der 58. Minute nur noch Liefering-Schlussmann Carlos Miguel vor sich, der reagierte aber blendend und machte die Chance zunichte.

Auch Lukas Katnik (79.) war für die Wattener knapp dran, sein Kopfball ging nur knapp rechts am Tor vorbei. Die Lieferinger blieben nach zuletzt drei Niederlagen das vierte Mal hintereinander ohne Sieg. Für Wattens war es das siebente Remis in dieser Saison – so viele hat kein Mitbewerber in der Liga auf dem Konto.

Extrem schwer tat sich Wacker Innsbruck gegen Aufsteiger Horn. Die Niederösterreicher waren zeitweilig sogar das gefährlichere Team, Balakiyem Takougnadi traf in der 58. Minute nur die Stange. Gegen Ende zeigten die Tiroler mehr nach vorne, einem Treffer nach einem Getümmel in der dritten Minute der Nachspielzeit wurde aber wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung verwehrt.

KSV kassierte in Unterzahl Ausgleich

Der Kapfenberger SV hat Boden auf das Toptrio verloren. Die Steirer erreichten zu Hause gegen Blau-Weiß Linz nur ein 2:2-Remis, dabei mussten die Gäste ab der 59. Minute mit zehn Mann auskommen. Der Rückstand des KSV auf den drittplatzierten LASK vergrößerte sich um zwei auf vier Punkte. Blau-Weiß ist unter Coach Klaus Schmidt weiter ungeschlagen.

Die Linzer begannen ambitioniert und zeigen bereits in den ersten Minuten einige Aktionen in der Hälfte der Obersteirer. Nachdem Darijo Pecirep in der 12. Minute noch über das Tor schoss, machte es Tobias Pellegrini vier Minuten später besser. Unbedrängt köpfelte der Stürmer nach Goiginger-Flanke ins Netz.

Auch nach der Führung blieben die Gäste die aktivere, bissigere Mannschaft, während Kapfenberg sich fehleranfällig zeigte. Ein perfekt getretener Freistoß von David Sencar, der den Ball aus rund 25 Metern in die rechte Kreuzecke setzte, bedeutete in der 30. Minute dennoch den Ausgleich. Jetzt wurde es eine umkämpfte Partie, in der die besseren Momente hin und herwechselten.

Wahrlich Schlag auf Schlag ging es kurz vor der Pause: In der 43. Minute hielt Linz-Goalie Hidajet Hankic Florian Flecker im Strafraum am Trikot zurück, machte seinen Fehler aber wett, indem er den Elfmeter von Joao Victor parierte. Die Oberösterreicher brachten den Ball in der Folge allerdings nicht weg, so traf nach einer Ecke Marko Perisic von der Strafraummitte zum 2:1-Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel beeinflusste der Ausschluss von Mehmedovic die Charakteristik des Spiels. Kapfenberg hatte nun Vorteile, machte aber nichts daraus. Mit einem Linzer Entlastungsangriff kam Rene Renner in der 75. Minute frei zum Schuss und traf den Ball ideal. Auf der Gegenseite war Hankic mehr als einmal auf dem Posten und bewahrte seine Vorderleute vor einem weiteren Tor.

Im fünften Match unter der Regie von Schmidt war es somit das vierte Unentschieden für die Linzer – und das en suite. Der Steirer hatte von November 2012 bis Juni 2013 in Kapfenberg als Trainer fungiert. (APA, 4.11.2016)

Ergebnisse, Erste Liga, 17. Runde

FC Liefering – WSG Wattens 0:0 Grödig, DAS.GOLDBERG Stadion, SR Hameter.

SC Austria Lustenau – SC Wr. Neustadt 1:0 (0:0) Lustenau, Reichshofstadion, SR Trattnig. Tor: Dwamena (66.)

Wacker Innsbruck – SV Horn 0:0 Innsbruck, Tivoli Stadion Tirol, SR Ciochirca.

LASK Linz – FAC 1:0 (1:0) Pasching, Waldstadion Pasching, SR Gishamer.
Tor: Mayer (43.)

Kapfenberger SV – Blau-Weiß Linz 2:2 (2:1) Kapfenberg, Franz-Fekete-Stadion, SR Kijas. Tore: Sencar (30.), Perisic (44.) bzw. Pellegrini (16.), Renner (75.)

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