Grazer Autozerkratzerin schlug auf Klinik-Parkplatz erneut zu

4. November 2016, 17:13
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Lack von zumindest vier Fahrzeugen von Angestellten beschädigt

Graz – Die psychisch kranke Weststeirerin (35), die seit Jahren bei Ausflügen nach Graz den Lack von Autos zerkratzt, hat am Freitag erneut zugeschlagen: Die Frau war seit wenigen Tagen in der ehemaligen Landesnervenklinik Sigmund Freud in Graz und hat am Vormittag auf deren Parkplatz zumindest vier weitere Pkw während ihres Freigangs beschädigt.

Die Polizei bestätigte einen Bericht der Onlineausgabe der "Kleinen Zeitung", wonach bis Freitagmittag mehrere Opfer Anzeige erstattet haben. Drei Autobesitzer hatten schon in der Früh den zerkratzten Lack entdeckt, ein weiterer Lenker zu Mittag. Zeugen sollen die Frau dabei sogar beobachtet haben. Außerdem handle es sich um das gleiche Muster, das sie immer in den Lack kratzt.

Die 35-Jährige ist vorübergehend in der Klinik und hat dabei auch Freigang. Nur abends muss sie zurück in ihr Zimmer. Eine Einweisung in einen geschlossenen Bereich ist jedoch nur von den Behörden zu veranlassen. Denen fehlt jedoch die gesetzliche Grundlage dafür.

Handhabe fehlt

Die Weststeirerin, die bisher in einem Heim lebte, war laut Polizei Anfang Oktober wieder "aktiv" geworden und hatte zwei Autos beschädigt. Die jahrelangen Beschädigungen hatten für einiges Aufsehen gesorgt, da den Behörden schon bisher Handhabe fehlte. Ein Polizeisprecher sagte, man erstatte immer Anzeige, die Frau sei auch geständig, aber das Verfahren werde dann auch immer eingestellt. Als Motiv habe die Frau "Wutanfälle" angegeben.

Viele Autobesitzer waren schon auf den Schäden sitzengeblieben, weil laut der Sachwalterin, der Anwältin Christa Kohl-Rupp, das Vermögen der 35-Jährigen im Ausmaß von 60.000 Euro für Wiedergutmachungen aufgebraucht worden war. Laut der Staatsanwaltschaft Graz sind die Sachbeschädigungen keine Anlasstat für eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Eine Anlasstat sei eine mit einem Strafrahmen von über einem Jahr Haft bedrohte Handlung. (APA, 4.11.2016)

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