Häusle-Bericht: Keine akute Gefahr durch illegale Mülldeponien

4. November 2016, 15:46
posten

Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch, der Prüfbericht der Landesregierung zu illegalen Mülldeponien beim Entsorger Häusle liegt vor

Bregenz – In seiner Funktion als Vorarlberger Landesrat für Abfallwirtschaft muss Johannes Rauch (Grüne) die Altlasten seiner Vorgänger beseitigen. Wie DER STANDARD berichtete, wurde auf dem Areal der Lustenauer Abfallfirma Häusle illegal Müll vergraben. Die Landesbehörden verlangten von der Firma einen Erkundungs- und Überprüfungsbericht. Das Ergebnis wurde am Freitag präsentiert. Die Grundaussage: Es besteht keine akute Umweltgefährdung.

15.000 Tonnen Müll (von Gärresten über Kunststoffe bis Medikamente und Batterien) wurden illegal vergraben und müssen nun laut Rauch auf Kosten der Firma legal entsorgt werden. Wer für die kriminellen Handlungen in der Firma verantwortlich ist und wer die politische Verantwortung trägt, stehe noch nicht fest, die Staatsanwaltschaft ermittle noch. Ebenfalls noch untersucht wird von den Zollbehörden. Schließlich wurde die Republik durch nichtdurchgeführte, aber genehmigte Mülltransporte zu Verbrennungsanlagen in die Schweiz um Zollabgaben geprellt.

Grundwasser kontaminiert

Getäuscht wurden auch die Kunden, die teure Entsorgungsgebühren für nichtgetätigte Entsorgung bezahlen mussten. Trotz illegaler Machenschaften habe es keinen "großflächigen Kundenschwund" gegeben, sagt Geschäftsführer Thomas Habermann, "90 Prozent der Kunden halten zu uns". Die Firma habe mit neuen Compliance-Richtlinien auf die Geschehnisse reagiert, sagt Habermann. Kündigungen gebe es erst nach Abschluss der Ermittlungen. In die Sanierung müsse die Firma nun zehn bis 15 Millionen Euro investieren.

Befürchtungen, das Grundwasser sei durch die illegalen Deponien kontaminiert, bestätigt der Untersuchungsbericht nicht. Die Grundwasserwerte hätten sich seit 2013 nicht verschlechtert. Die Belastung durch Ammonium, Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle liege zwar an einigen geprüften Arealen über den Grenzwerten, gefährde aber nicht das Grundwasser, weil die Stoffe nur gering mobil seien, sagte der Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft, Harald Dreher.

Landesrat Rauch verlangt eine Verschärfung des Bundesabfallwirtschaftsgesetzes mit mehr Aktionsraum für Landesbehörden und verbesserten Bodenschutz. (Jutta Berger, 4.11.2016)

Share if you care.