Google: Globale HTTPS-Nutzung legt deutlich zu

4. November 2016, 14:29
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Mehr als 50 Prozent aller Seitenaufrufe im Chrome mittelerweile verschlüsselt – Mobile Geräte hinken nach

Seit Jahren werben Sicherheitsexperten und Browserhersteller im Gleichklang für die stärkere Verbreitung von HTTPS. Immerhin kann nur über eine verschlüsselte Datenübertragung verhindert werden, dass jeder im selben Netzwerk problemlos sensible Daten mitlesen kann. Und diese Bemühungen scheinen zu fruchten, wie aktuelle Zahlen von Google zeigen.

Daten

Erstmals liefert Google in seinem Transparency Report Zahlen zur HTTPS-Nutzung. Basierend auf anonym beim Browser Chrome ermittelten Informationen zeigt sich dabei, dass am Desktop mittlerweile mehr als die Hälfte aller Anfragen verschlüsselt erfolgt. Betrachtet man die Verweildauer, ergibt sich sogar ein noch besseres Bild, zwei Drittel ihrer Zeit verbringen Chrome-Nutzer demnach auf HTTPS-Seiten. Diese Differenz dürfte daran liegen, dass Seiten wie Facebook oder Youtube, auf denen die User üblicherweise viel Zeit verbringen, seit längerem vollständig verschlüsselt laufen.

Interessant ist auch der Unterschied zwischen den einzelnen Betriebssystemen: Am besten sieht es etwa unter Chrome OS aus, wo 68 Prozent aller Verbindungen verschlüsselt erfolgen, gefolgt von MacOS / OS X (62 Prozent), Linux (57 Prozent) sowie Windows mit 51 Prozent. Betrachtet man diese Aufzählung unter dem Blickwinkel der Aufenthaltsdauer, sieht das Ergebnis etwas anders aus, hier ist dann nämlich Linux mit 83 Prozent ganz vorne.

Mobile Schwächen

Was sich aber durchgängig zeigt, ist, dass der mobile Bereich noch einigen Aufholbedarf hat. Nur 42 Prozent sämtlicher von Chrome unter Android vorgenommenen Verbindungen erfolgen verschlüsselt. Wie es zu dieser Diskrepanz kommt, erklärt Google nicht. Eine Möglichkeit ist aber dass am Smartphone schlicht im Schnitt andere Seite aufgerufen werden, da größere Services oft über Apps erledigt werden, die in dieser Statistik nicht vorkommen.

Deutliche Unterschiede gibt es zudem bei der regionalen Nutzung von HTTPS-Verschlüsselung. Während unter Windows in den USA 61 Prozent der Chrome-User HTTPS nutzen, sind es beispielsweise in Japan nur 35 Prozent.

Druck machen

Google will allerdings nicht nur dokumentieren, sondern selbst zur Verbreitung von HTTPS beitragen. So sollen bereits ab Anfang 2017 nicht verschlüsselte Seiten im Chrome-Browser als unsicher markiert werden. Zunächst erfolgt dies in einem dezenten Grauton in einer weiteren Stufe soll dann aber offensiver vor reinen HTTP-Seiten gewarnt werden. (apo, 4.11.2016)

  • Ab Jänner werden im Chrome nicht-verschlüsselte Verbindungen explizit als "unsicher" ausgewiesen.

    Ab Jänner werden im Chrome nicht-verschlüsselte Verbindungen explizit als "unsicher" ausgewiesen.

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