Rekord: Laser schickt Daten mit 1,72 Terabit pro Sekunde

4. November 2016, 16:18
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Technologie könnte helfen, künftig ein "globales Highspeed-Internet" zu realisieren

Die Erschließung des ländlichen Raums mit Breitbandinternet ist ein mitunter forderndes Unterfangen. Abgelegenheit und schwer zugängliches Gelände sind Hindernisse für den Ausbau kabelbasierter Lösungen. In einigen ruralen Gemeinden ist die per Kupferleitung verfügbare Bandbreite niedrig. Der Ausbau des LTE-Netzes hat die Situation verbessert, dennoch gibt es in vielen Regionen Europas Nachholbedarf.

Mit Laser und Satellit

An einer Technologie, die die weitere Erschließung solcher Gebiete erleichtern könnte und dabei noch deutlich höhere Bandbreiten liefern könnte, erproben derzeit Forscher des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR). Sie setzen darauf, unterversorgte Areale künftig über geostationäre Satelliten zu versorgen. Diese erhalten ihre Verbindung per Laser über eine Bodenstation, die ganz normal an das Netz angebunden ist.

foto: dlr/bernd müller

Bei einem Testlauf konnte man nun einen neuen Rekord bei der Laserübertragung aufstellen. Vom oberbayrischen Weilheim schickte man Daten auf den Hohenpeißenberg über eine Luftlinie von 10,45 Kilometer. Dabei erreichte man eine Übertragungsgeschwindigkeit von 1,72 Terabit pro Sekunde. Das entspricht rund 215 Gigabyte pro Sekunde bzw. rund achteinhalb vollen Blu-ray Discs (Single Layer).

Traum vom weltweiten Highspeed-Netz

Es handelte sich dabei schon um den zweiten Test des Konzepts, bei dem man hauptsächlich die Umsetzbarkeit bei Störungen prüfen wollte, mit denen man im All zu kämpfen hat. Diese wurden für das Experiment simuliert. Nachdem die Anbindung selbst im "Worst Case"-Szenario funktioniert hat, will man nun für eine stabilere Übertragung sorgen. Dass es zu keinen Abrissen kommt ist von hoher Bedeutung, da selbst kurze Unterbrechungen zu einem Verlust von hohen Datenmengen führen.

foto: dlr/bernd müller

Grundsätzlich hält man langfristig ein "globales Highspeed-Internet" für "machbar". Die Forschungen am Standort in Oberpfaffenhofen sollen daher "mit Nachdruck" weitergeführt werden. Wann die Technologie es in die Praxis schaffen könnte, ist noch nicht absehbar. (red, 04.11.2016)

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