Zirkusbären in Serbien aus "schrecklichen Verhältnissen" gerettet

4. November 2016, 11:21
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Vier Pfoten: Tiere mussten in winzigen Käfigen auf Privatgrundstück ausharren

Belgrad – Ende einer langen Leidensgeschichte für drei Bären in Serbien: Die Tiere waren in der Stadt Srbobran vom Eigentümer eines bereits geschlossenen Zirkus' auf seinem Privatgrundstück gehalten worden. Laut Vier Pfoten mussten sie "in winzigen, verrosteten und vermüllten Metallkäfigen" ausharren. Nun wurden die Bären mit logistischer Unterstützung der Tierschutzorganisation befreit, hieß es am Freitag.

Der Besitzer hatte Bärenshows nach dem Inkrafttreten eines Tierschutzgesetzes im Jahr 2009 eingestellt. Die Tiere hielt er aber weiterhin auf seinem Grundstück – ohne Schutz vor Regen oder Sonne. Dem Weibchen fehlt aufgrund einer alten Verletzung ein Teil der Vorderpfote. Die Männchen wiesen schwere Zahnschäden auf. Rettung kam durch lokale Behörden in Zusammenarbeit mit serbischen Tierexperten und Vier Pfoten.

Alle anderen Wildtiere verschwunden

"Ich bin sehr froh, dass die Tiere nun endlich konfisziert wurden, aber ich bin auch schockiert darüber, dass fast alle anderen Wildtiere des Zirkus' einfach verschwunden sind", sagte Carsten Hertwig, Bärenexperte der Vier Pfoten. Laut Informationen des Vereins gab es trotz eines Verbots des Abrichtens und des Einsatzes von Wildtieren zu Unterhaltungszwecken im Zirkus Corona bis 2014 noch 24 Wildtiere. Fast alle, darunter ein Tiger und ein Jaguar, sind verschwunden. Über den Aufenthaltsort gibt es keinerlei Informationen.

Zwei Braunbären übersiedelten in den Belgrader Zoo. Das dritte Tier – eine Kreuzung aus Polar- und Braunbär – wurde in der Nähe der ungarisch-serbischen Grenze im Zoo Palic untergebracht. Dort bleiben sie, bis das behördliche Verfahren über die endgültige Unterbringung abgeschlossen ist. Vier Pfoten hat angeboten, das Trio in zwei Bärenparks der Organisation in Deutschland und Bulgarien aufzunehmen. (APA, 4.11.2016)

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