Darmkrebs: Frauen durch Rauchen stärker gefährdet als Männer

4. November 2016, 10:55
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Das Geschlecht einer Person hat mehr Einfluss darauf, ob eine Person Darmkrebs entwickelt, als die Lebensführung. Eine Ausnahme gibt es aber: das Rauchen

Männer entwickeln häufiger Darmkrebs oder seine Vorstufen als Frauen. Eine neue Studie der MedUni Wien zeigt, dass die bekannten Risikofaktoren diesen geschlechtsspezifischen Unterschied nicht erklären. Die Studie hat bestätigt, dass Rauchen das Risiko signifikant steigert, und belegt, dass dieses Verhalten Frauen stärker gefährdet als Männer.

In Österreich erkranken jährlich etwa 5.000 Menschen an einem bösartigen Tumor des Dickdarms. Ein Großteil dieser Fälle könnte durch eine präventive Darmspiegelung verhindert werden, da man mit ihrer Hilfe Vorstufen des Darmkrebses, sogenannte Adenome, entdecken und gleich entfernen kann. Interessant sei, dass Männer fast doppelt so häufig von Adenomen betroffen sind als Frauen, so die MedUni im Vorfeld des Weltdarmtags am 7. November.

Ein Forscherteam um Monika Ferlitsch von der Universitätsklinik für Innere Medizin III, dem Comprehensive Cancer Center der MedUni Wien und des AKH Wien untersuchte in der eben erschienen Studie, ob der Lebensstil Einfluss auf diesen Unterschied hat. "Wir wollten wissen, ob Männer eventuell ungesünder leben und das der Grund für ihr erhöhtes Darmkrebsrisiko ist. Geschlechtsspezifische Daten im Bereich des Darms sind bisher noch rar, werden für die Entwicklung von Vorsorgekonzepten aber immer wichtiger", erläuterte Ferlitsch.

Geschlecht hat großen Einfluss

An der Studie waren 25.409 Patienten beteiligt, je zur Hälfte Männer und Frauen. In einem ersten Schritt wurden klassische Risikofaktoren wie Body-Mass-Index, Alkoholkonsum, Rauchen, Cholesterinspiegel, Blutzucker oder Blutdruck betrachtet und dann eine Koloskopie vorgenommen.

Die Ergebnisse sind aus Sicht der Forscher bemerkenswert: Das Geschlecht einer Person scheint mehr Einfluss darauf zu haben, ob eine Person Darmkrebs oder Vorstufen davon entwickelt, als die Lebensführung. Einzige Ausnahme: das Rauchen. Rauchen erhöht bei beiden Geschlechtern die Wahrscheinlichkeit für Adenome. Bei Männern steigt das Risiko dafür im Vergleich zu Nichtrauchern um 46 Prozent, bei Frauen um 76 Prozent, das Risiko für fortgeschrittene Adenome ist bei rauchenden Frauen sogar um 100 Prozent höher als bei Nichtraucherinnen. Die Gründe dafür sind noch unklar.

"Da wir aufgrund der Risikofaktoren allein nicht abschätzen können, wie wahrscheinlich eine Person von Darmkrebs oder seinen Vorstufen betroffen ist, bleibt die Darmspiegelung das Mittel der Wahl, wenn es um Darmkrebsvorsorge geht. Männer wie Frauen ab 50 sollten sich regelmäßig einer Darmspiegelung unterziehen", so Ferlitsch. Diese kostenlose und schmerzfreie Vorsorgeuntersuchung werde von vielen niedergelassenen Fachärzten vorgenommen. (APA, 4.11.2016)

  • Rauchen erhöht bei beiden Geschlechtern die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs. Bei Männern steigt das Risiko dafür im Vergleich zu Nichtrauchern um 46 Prozent, bei Frauen um 76 Prozent.
    foto: apa/dpa/tobias hase

    Rauchen erhöht bei beiden Geschlechtern die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs. Bei Männern steigt das Risiko dafür im Vergleich zu Nichtrauchern um 46 Prozent, bei Frauen um 76 Prozent.

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