Klimaschutzabkommen tritt offiziell in Kraft

4. November 2016, 09:32
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Nicht einmal ein Jahr nach Beschluss bei der Klimakonferenz konnte der Vertrag ratifiziert werden

Paris – Nicht einmal ein Jahr nach der Pariser Klimakonferenz tritt das dort vereinbarte globale Abkommen zur Bekämpfung der Erderwärmung am Freitag in Kraft. Die internationale Gemeinschaft hatte sich unter Frankreichs Vorsitz am 12. Dezember 2015 darauf verständigt. Oberstes Ziel ist die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten und idealerweise auf unter 1,5 Grad Celsius.

Für das Inkrafttreten des Abkommens mussten mindestens 55 Länder, die für mindestens 55 Prozent des Treibhausgasausstoßes verantwortlich sind, die Vereinbarung ratifizieren. Der Vertrag wurde bisher bereits von mehr als 90 Staaten formell ratifiziert. Regierungen wie auch Umweltorganisationen hatten mit einem mehrjährigen Prozess gerechnet. Stattdessen verkündete die Uno bereits Anfang Oktober, dass es genügend Ratifizierungen gebe und das Abkommen daher nach 30 Tagen offiziell in Kraft trete.

Rupprechter: Umsetzung, wenn alle Details fix sind

Noch sind aber nicht alle Einzelheiten für die Umsetzung der ehrgeizigen Ziele fixiert. "Nach dem politischen Durchbruch in Paris müssen wir jetzt viele Details ausarbeiten, damit der Klimavertrag zur vollen Geltung kommt. Das wird ein Kernthema der Konferenz in Marrakesch sein", sagte Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP).

Konferenz in Marrakesch ab Montag

Die Klimakonferenz COP 22 tagt ab Montag in Marokko. "Ich hoffe, dass wir uns auf einen Arbeitsplan einigen können, alles in einem Paket bis 2018 fertigzustellen. Das ist ambitioniert, aber ohne Alternativen. Erst wenn alle Einzelheiten fixiert sind, kann der Vertrag von Paris erfolgreich umgesetzt werden. Das muss so rasch wie möglich erfolgen", hieß es in einer Aussendung des Ressortchefs.

Das nächste wichtige Zieldatum nach der UN-Klimakonferenz ist 2018. Dann soll eine Zwischenbilanz beim Klimaschutz gezogen werden – und auf dieser Grundlage legen die Staaten der Welt dann 2020 neue Klimaziele vor. In Marrakesch wird es daher auch darum gehen, gemeinsame Regeln zur Transparenz über den Stand der Emissionen in den einzelnen Ländern zu erarbeiten. Das Schlagwort ist hier MRV, das für Measurement, Reporting, Verification – also Messung, Berichterstattung und Überprüfung – steht. Nur so kann ein Überblick geschaffen werden, wo die Staaten bei der Erreichung des 2-Grad-Celsius-Ziels stehen. (july, APA, 4.11.2016)

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