Mozilla verbannt nach millionenfacher Datenspionage "Web of Trust" aus Firefox

4. November 2016, 07:35
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Browser-Programmierer zogen Konsequenzen aus Vorwürfen gegen beliebtes Add-on – Auch Google reagiert

Die Erweiterung "Web of Trust" ist nach den schweren Datenschutz-Vorwürfen aus dem Add-On-Store des Browsers Firefox geflogen. "Wir haben Beschwerden über "Web of Trust" erhalten, die damit zusammenhängen, wie transparent das Add-on arbeitet", erklärte die Mozilla-Stiftung, die hinter Firefox steht, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Man habe schließlich entschieden, "dass das Add-on diese Richtlinien verletzt". Deshalb sei es aus der Download-Kollektion entfernt worden, "bis der Hersteller diese Dinge korrigiert", zitierte die Zeitung am Donnerstag Mozilla. Bei Google hat man mittlerweile ebenfalls auf die Berichte reagiert, auch aus dem Chrome Webstore ist die entsprechende Browsererweiterung mittlerweile entfernt worden.

Vorwürfe

Die Entwickler der ins Zwielicht geratenen Browser-Erweiterung "Web of Trust" hatten zuvor angekündigt, sie wollten die Vorwürfe prüfen und eventuell Gegenmaßnahmen ergreifen. Das NDR-Fernsehen hatte diese Woche berichtet, "Web of Trust" habe im großen Stil Nutzerdaten ausgespäht und diese offenbar ungefragt an Dritte weitergegeben. Auf Basis der Informationen hätten auch Nutzer identifiziert werden können, während der Anbieter eine Anonymisierung der Daten versprochen habe, darunter auch Bundespolitiker.

"Wenn es Fälle gab, in denen Informationen nicht anonymisiert und geschützt wurden, werden wir das natürlich prüfen und wenn notwendig Maßnahmen treffen, um einen angemessenen Schutz unserer Nutzer sicherzustellen", erklärte ein Sprecher des finnischen "Web of Trust"-Anbieters. (APA, 4.11.2016)

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