Rapid erwacht spät, aber doch bei Sassuolo

3. November 2016, 21:03
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Hütteldorfer erkämpfen auswärts ein 2:2 – Tore im Finish durch Joker Jelic und Kvilitaia

Reggio Emilia – Im Fußball gibt es ausgleichende Ungerechtigkeiten. Der berühmte Verletzungsteufel hat sowohl bei Sassuolo als auch bei Rapid fest zugeschlagen, die Italiener mussten auf sechs Stammkräfte verzichten, die Wiener auf fünf. Trotzdem war es ein Spiel der Gruppe F in der Europa League. Das Mapei Stadium in Reggio Emilia war am Donnerstagabend ziemlich leer, die angereisten Rapid-Fans dominierten in puncto Lautstärke.

In höchster Not ließ Trainer Mike Büskens den erst 18-jährigen Manuel Thurnwald rechts in der Verteidigung werken, der hatte zuvor bei den Profis noch keinen Einsatz zu verzeichnen. Bei den drittklassigen Amateuren ist Thurnwald aber durchaus eine Stütze. Maximilian Hofmann trug die Kapitänsbinde. Bereits in der dritten Minute wurde einem Treffer von Matri die Anerkennung verwehrt, nur der englische Schiedsrichter Craig Pawsen weiß, warum.

Fast keine Chancen

Rapid hat sich nach dem Glücksmoment erfangen, hatte mehr Ballbesitz. Joelinton köpfelte nach Flanke von Thurnwald völlig freistehend daneben, es sollte die einzige Torchance in der ersten Halbzeit gewesen sein (11.). 34. Minute: Blitzschnelle Aktion von Sassualo, der überragende Biondini setzt Defrel ein, der aus spitzem Winkel das 1:0 erzielt. Ab diesem Moment dominierten die Gastgeber, Rapid hatte den ohnehin nicht reißfesten Faden verloren.

Knapp vor der Pause, in der zweiten Minute der Nachspielzeit, foult Sonnleitner an der Strafraumgrenze Adjapong. Pellegrini erhöht per Freistoß auf 2:0, der Ball wird noch abgefälscht. Die Sache schien somit erledigt. Rapid gelang es vorerst nicht, das Spiel zu drehen. Büskens riskierte alles, wechselte die Stürmer Jelic und Kvilitaia ein (61.). Das sollte sich in der Schlussphase bezahlt machen. Erst staubt Jelic zum 1:2 ab (86.). Kvilitaia wollte das nicht auf sich sitzen lassen, der Georgier schafft tatsächlich das 2:2 (89.). Ebenfalls aus kurzer Distanz. Wille ist eine Tugend, die Rapid nicht vergessen hat.

Und Büskens konnte "stolz" sein. In der anderen Partie besiegte Athletic Bilbao die Belgier aus Genk mit 5:3. Rapid bleibt Dritter. Am 24. November führt dir Reise nach Genk, zum Abschluss der Gruppenphase wird am 8. Dezember Bilbao begrüßt. Das Überwintern in Europa ist also nicht auszuschließen. (red, 3.11.2016)

Europa-League, Gruppe F, 4. Runde, Donnerstag

US Sassuolo Calcio – SK Rapid Wien 2:2 (2:0)
Reggio Emilia, Mapei Stadium/Stadio Citta del Tricolore, 8.000 Zuschauer, SR Craig Pawson (ENG)

Torfolge:
1:0 (34.) Defrel
2:0 (45.+3) Pellegrini
2:1 (86.) Jelic
2:2 (90.) Kvilitaia

Sassuolo: Consigli – Gazzola, Acerbi, Peluso – Lirola, Biondini, Pellegrini, Ragusa (81. Ricci), Adjapong – Defrel (91. Franchini), Matri (64. Politano)

Rapid: Strebinger – Thurnwald, Sonnleitner, M. Hofmann, Schrammel – Grahovac, Mocinic (85. Szanto) – Schaub, Murg (61. Jelic), Traustason – Joelinton (61. Kvilitaia)

Gelbe Karten: Gazzola, Matri, Ragusa, Peluso bzw. Schaub, Mocinic, Kvilitaia

Stimmen

Mike Büskens (Rapid-Trainer): "Ich denke, dass die Zuschauer einen sehr interessanten Vergleich gesehen haben – mit einer Anfangsphase, in der wir uns sehr gut präsentiert haben. Wir haben in der ersten halben Stunde wenig zugelassen. Beim 0:1 haben wir ihnen durch einen kurzen Moment der Passivität den Platz gegeben, den sie gebraucht haben. In der Nachspielzeit haben wir ein zweites Tor durch die Mauer kassiert, das war bitter, weil es nicht ganz dem Spielverlauf entsprochen hat. Durch die zwei eingewechselten Spieler haben wir uns letztendlich mit dem Ausgleich dafür belohnt, dass wir den Kopf immer oben gehalten haben. Wir sind jetzt im direkten Vergleich mit Sassuolo vorne, brauchen aber trotzdem weiter Punkte. Es ist noch alles möglich "

Zum Debüt von Manuel Thurnwald: "Das Seepferdchen hat er sich verdient, er hat es wirklich gut gemacht."

Eusebio di Francesco (Sassuolo-Trainer): "Der Endstand ist enttäuschend, aber die Leistung war sehr gut. Die Spieler haben alles gegeben, ich kann ihnen nichts vorwerfen, sie waren sehr resolut. Die Mannschaft hat gut und effektiv gespielt. Rapid hat am Ende mehr Risiko genommen, zweimal aufs Tor geschossen und daraus zwei Tore erzielt. Es ist daher sehr schade und bitter, dass wir nicht gewonnen haben. Das ist uns jetzt leider schon mehrere Male passiert. Aufgrund der Verletzungsproblematik haben uns die Alternativen auf der Bank gefehlt. Wir haben gerade Schwierigkeiten."

  • Es passierte tatsächlich in der Rapid-Viertelstunde.
    foto: appa/pfarrhofer

    Es passierte tatsächlich in der Rapid-Viertelstunde.

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