US-Richter setzt in VW-Abgasaffäre neue Frist

4. November 2016, 08:22
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Fortschritte bei Verhandlungen über 3,0-Liter-Motoren – US-Richter zeigt sich sehr optimistisch für Einigung

Washington/Wolfsburg – Volkswagen kann bei der Aufarbeitung der Abgasaffäre in den USA womöglich bald die nächste Hürde nehmen. Der deutsche Autobauer habe bei den Verhandlungen mit den US-Behörden über eine Lösung auch bei den 85.000 Fahrzeugen mit Drei-Liter-Motor "erhebliche Fortschritte" gemacht, sagte Bezirksrichter Charles Breyer am Donnerstag in San Francisco.

Er sei "sehr optimistisch", dass eine Einigung erzielt werde. Der Richter setzte für den 1. Dezember eine Frist, um sich über den Fortgang der Verhandlungen unterrichten zu lassen. Über einen Reparaturplan für die von Audi entwickelten Sechszylinder-Motoren, die unter anderem beim VW Touareg, dem Porsche Cayenne und dem Audi A8 eingebaut sind, wird seit Monaten gerungen. Einen ersten Vorschlag hatten die US-Behörden als unzureichend abgelehnt.

Milliardenschwerer Vergleich

Das Gericht hatte Ende Oktober bereits grünes Licht für den milliardenteuren Vergleich des Wolfsburger Konzerns mit Autobesitzern und US-Behörden gegeben. Das Paket umfasst bis zu 10 Mrd. Dollar (9 Mrd. Euro) für den Rückkauf von bis zu 475.000 Fahrzeugen mit 2,0-Liter-Dieselmotoren von VW. Zudem muss der Konzern 4,7 Mrd. Dollar in Umweltfonds einzahlen. Insgesamt kostet der Vergleich den Dax-Konzern einschließlich Händler-Entschädigungen 16,5 Mrd. Dollar.

Weitere Kosten kommen für die Sechszylinder-Motoren mit drei Litern Hubraum hinzu. Die Höhe hängt davon ab, ob Audi die Wagen reparieren kann oder teuer zurückkaufen muss. Zudem steht noch die Einigung über eine Geldbuße des US-Justizministeriums aus. Der Konzern hatte seine Rückstellungen für die Kosten von "Dieselgate" wegen der Belastungen bei der Tochter Audi jüngst abermals erhöht. Sie wurden um rund 400 Mio. auf 18,2 Mrd. Euro aufgestockt.

Volkswagen hatte auf Druck der US-Umweltbehörden im September 2015 zugegeben, eine illegale Software eingesetzt zu haben. Diese erkennt, ob ein Wagen auf dem Prüfstand steht und er hält auch nur dann die Abgaswerte ein. Im normalen Verkehr auf der Straße ist der Schadstoffausstoß um ein Vielfaches höher. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge davon betroffen.

Keine unzulässige Software laut VW

Bei der beanstandeten Software in den Diesel-Motoren von Volkswagen handelt es sich nach Ansicht des Konzerns um keine unzulässige Abschalteinrichtung nach europäischem Recht. "Die Wirksamkeit der Abgasreinigungsanlage wird in diesen Fahrzeugen gerade nicht reduziert", erklärte VW in einem Reuters vorliegenden Schreiben. Dass VW trotzdem rund acht Millionen Autos in Europa umrüstet, begründete der Konzern damit, dass man im Interesse der Kunden konstruktiv mit den Behörden zusammenarbeiten wolle. (APA, 4.11.2016)

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