Obernberger See: Zufahrt als neue Hürde für Hotelprojekt

3. November 2016, 20:12
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Der Bescheid der Umweltbehörde ist positiv ausgefallen. Die Parteien haben nun drei Wochen Einspruchsfrist. Es zeichnen sich aber bereits neue Hindernisse für den Bau ab

Innsbruck – Die Umweltabteilung der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land hat das Hotelprojekt am Obernberger See erneut positiv beschieden. Am als Naturdenkmal eingestuften See wollen die Eigentümer an der Stelle eines abbruchreifen Gasthauses seit über sechs Jahren ein neues Hotel errichten. Der Plan sieht in die Erde eingelassene Wohntanks und einen hölzernen Turm vor. Der erste Positivbescheid wurde wegen Verfahrensfehlern vom Verwaltungsgericht aufgehoben.

Landesumweltanwalt prüft Bescheid

Durch ist das heftig umstrittene Projekt damit aber noch lange nicht. In den kommenden drei Wochen haben die Parteien noch die Möglichkeit, diesen Bescheid zu beeinspruchen. Projektwerber Clemens Unteregger und die Gemeinde Obernberg werden das nicht tun. Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer, die dritte involvierte Partei, prüft derzeit noch die Unterlagen. Kostenzer hatte schon den ersten Positivbescheid beeinsprucht.

Josef Saxer, der Bürgermeister der Gemeinde Obernberg, hofft auf eine baldige Entscheidung: "Wir haben nur diese eine Möglichkeit, und da oben muss endlich etwas passieren." Der See ist Anziehungspunkt für Wanderer und Touristen, allerdings fehlt seit der Schließung des alten Gasthauses jegliche Infrastruktur. Daher vermüllt das Naturdenkmal zusehends. Saxer sieht aber bereits neue Probleme aufziehen: "Die Frage der Zufahrt ist die nächste Hürde, die steht auf sehr wackeligen Beinen."

Grundbesitzer verweigert Durchfahrt

Denn der Weg zum See und somit zum geplanten Hotel ist nur als landwirtschaftlicher Bringungsweg gewidmet. Schon das alte Gasthaus hatte mit Problemen zu kämpfen, doch nun will einer der Wegeigner partout die Zustimmung verweigern, über die Forststraße das neue Hotel zu bedienen. "Leider gibt es keine gute Gesprächsbasis mit dem Grundbesitzer", sagt Saxer.

Bauherr Unteregger ist dennoch optimistisch: "Ich bin überzeugt, dass ich das Recht zuzufahren weiterhin besitze." Er versichert, dass nach Fertigstellung des Hotels der Weg nicht zur öffentlichen Straße wird: "Die Zufahrtsmöglichkeiten werden beschränkt, und für die Gäste stellen wir Elektroautos als Shuttles bereit."

Felipe will Ermittlungsverfahren nicht kommentieren

Die Landeshauptmann-Stellvertreterin und Umweltreferentin Ingrid Felipe (Grüne) rechnet damit, dass das Projekt angesichts der vielen Einwände vor Gericht entschieden wird. Gegen sie selbst läuft noch ein Ermittlungsverfahren wegen Amtsmissbrauchs der Staatsanwaltschaft, da sie das Verfahren per Weisung gestoppt und einen externen Gutachter bestellt hatte. Dazu will sie jedoch erst nach Abschluss der Ermittlungen Stellung beziehen. (Steffen Arora, 3.11.2016)

  • Der positive Bescheid der Umweltabteilung ist da, aber nun ist die Frage der Zufahrt strittig.
    foto: natur refugia obernberger see ges.m.b.h.

    Der positive Bescheid der Umweltabteilung ist da, aber nun ist die Frage der Zufahrt strittig.

  • So soll der Hotelturm am Seeufer künftig aussehen.
    foto: natur refugia obernberger see ges.m.b.h.

    So soll der Hotelturm am Seeufer künftig aussehen.

  • Neben dem Turm mit Besucherterrasse sollen die Wohneinheiten in den Boden eingelassen werden.
    foto: natur refugia obernberger see ges.m.b.h.

    Neben dem Turm mit Besucherterrasse sollen die Wohneinheiten in den Boden eingelassen werden.

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