Probleme in China bremsen AT&S

3. November 2016, 15:37
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AT&S machen im chinesischen Chongqing Anlaufkosten zu schaffen. Im Werk in Schanghai will der Leiterplattenspezialist Investitionen vorziehen

Graz/Wien – Die auf das Herstellen hochwertiger Leiterplatten für Smartphones, Autos und andere Anwendungen spezialisierte steirische AT&S kommt mit dem Hochfahren ihres neuen Werks im chinesischen Chongqing langsamer voran als ursprünglich gedacht. Das erhöht die Anlaufverluste, was sich auch in der Halbjahresbilanz niederschlägt.

Während der Umsatz von April bis September mit 386,5 Millionen Euro nur minimal unter Vorjahr (387,1 Millionen) lag, hat sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) deutlich um 44,1 Prozent auf 52,1 Millionen Euro verringert. Dies sei durch größere Probleme als ursprünglich erwartet beim Hochfahren neuer Produktionslinien in der mittelchinesischen Stadt Chongqing bedingt, sagte AT&S-Chef Andreas Gerstenmayer bei der Bilanzpräsentation am Donnerstag.

Immer wieder Stillstände

Das für das Werk zum Teil neu entwickelte technische Equipment laufe noch nicht so stabil wie erforderlich. Es komme immer wieder zu Stillständen und zu erhöhtem Ausschuss in der Produktion von IC-Substraten, sagte Gerstenmayer. IC-Substrate dienen der Verbindung von Halbleitern und Leiterplatten. Sie machen die Erzeugnisse nicht nur kleiner, sondern auch um ein Vielfaches feiner. Bis Jahresende will man die Probleme aber im Griff haben. Schon jetzt gebe es Verbesserungen von Quartal zu Quartal.

Höhere Abschreibungen von zusätzlich rund 40 Millionen Euro für das Projekt Chongqing im Geschäftsjahr 2016/17 würden das operative Ergebnis (Ebit) auch im Gesamtjahr deutlich beeinflussen. Im ersten Halbjahr drehte das Ebit von plus 50,7 Millionen auf minus 5,8 Millionen Euro.

Nachfrage und Auslastung der Werke seien weiterhin hoch, sagte Gerstenmayer. Im Werk Schanghai wird es nun temporär zu einer Kapazitätseinschränkung von etwa sechs Prozent kommen. Grund ist eine neue Technologie, die auf Drängen von Kunden schon jetzt und nicht erst, wie geplant, in zwei, drei Jahren implementiert wird – zur Produktion noch feinerer Leiterzüge. Die Investitionen werden sich laut Gerstenmayer auf einen "mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag" belaufen und sollen Mitte 2017 abgeschlossen sein. (stro, 4.11.2016)

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