"Keine Explosionen": Huawei stellt Mate 9 als Alternative zu Note 7 vor

3. November 2016, 15:33
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Neues Android-Flaggschiff als Kampfansage an Samsung und Apple – Auch Fitness-Smartwatch präsentiert

Wie bereits seit längerem erwartet, hat Huawei auf einem Event in München sein neues Android-Smartphone-Flaggschiff Mate 9 präsentiert. Das Handy wurde auch in Zusammenarbeit mit Porsche umgesetzt. Der primär für seine Autos bekannte Konzern ist für das Design verantwortlich. Die Ästhetikabteilung des Konzerns ist im österreichischen Zell am See beheimatet.

Das "beste Smartphone der Welt", so Consumer-Chef Richard Yu, basiert demnach auf fünf Designprinzipien. Eines davon ist Symmetrie, umgesetzt etwa über ein beidseitig leicht gekrümmtes Display. Durch das sanfte Zulaufen am Rand soll das Handy extrem dünn aussehen.

5,5 und 5,9 Zoll

Auf der Front befindet sich ein 5,5-Zoll-Display mit 2K-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel), unter dem ein Fingerabdruckscanner sitzt. Zur Navigation durch das Android-System mit Huaweis eigener Emotion UI können auch einfache Streichgesten verwendet werden. Das Aluminiumgehäuse soll fingerabdruckabweisend sein und durch schmale Ränder beinahe randlos wirken.

Die zweite Variante des Mate 9 fällt deutlich größer aus. Sie bringt ein 5,9-Zoll-Display mit, das allerdings nur eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel bietet. Die Handys sind in verschiedenen Farben zu haben, neu verfügbar sind etwa Mattschwarz, Mokkabraun und Keramikweiß.

huawei mobile

Flotte Hardware

Unter der Haube werkt der neue Kirin 960 der Huawei-eigenne Firma Kirin 960. Es handelt sich um einen Achtkern-Chip mit zwei Vierkern-Verbänden (Cortex A-73 und A-53). Die neuesten Architekturen von ARM sollen für mehr Leistung bei niedrigerem Energieverbrauch sorgen.

Die Mali-G71-GPU mit acht Kernen soll eine Steigerung der Grafikleistung, bislang eine Schwäche der Kirin-Chips im Vergleich etwa mit Qualcomms Snapdragon, um bis zu 180 Prozent verbessern. Laut synthetischen Benchmarks liegt die Performance in diesem Bereich sogar über dem Snapdragon 821. Dazu wird auch der neue Grafikstandard Vulkan unterstützt, der zusätzliche Leistungsvorteile und neue Grafikfunktionen mitbringt. Das Handy ist außerdem das zweite Gerät nach dem Google Pixel, das die VR-Plattform "Daydream" offiziell unterstützt. Das Mate beherrscht den H.265-Codec und kann 4K-Videos wiedergeben.

foto: huawei

Intelligente Ressourcenoptimierung

Das neue Telefon unterstützt Cat. 12-LTE, theoretisch bewältigt es damit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 600 Mbps. Es werden zehn 3G-Bänder und 20 LTE-Bänder unterstützt, womit sich das Handy in 217 Ländern über 1334 ins Internet einwählen kann.

Die Unterstützung von F2FS und Unterstützung durch einen Maschinenlernalgorithmus soll das Mate 9 seine Ressourcen – CPU-Leistung, Arbeitsspeicherzuteilung und Speicher – dynamisch managen. Durch das Erlernen des Verhaltens des Benutzers und verschiedener Apps verspricht, das Handy langfristig flüssig laufen zu lassen.

Im simulierten Vergleich mit einem Samsung Galaxy S7 Edge soll das Note 9 erhebliche Performancevorteile behalten. Wie gut dieses Versprechen in der Praxis hält, bleibt freilich abzuwarten.

foto: huawei

4.000-mAh-Akku mit Schnelladefunktion

In puncto Akkuleistung soll das Telefon hochrangige Konkurrenten ebenfalls ausstechen. Auch hierzu lieferte man einen Vergleich, unter anderem mit dem iPhone 7. Der 4.000-mAh-Akku des Telefons unterstützt schnelles Aufladen über "Supercharge" mit bis zu fünf Ampere bei 3,5 bis fünf Volt. Für Aufladung und Datenübertragung dient ein USB-C-Anschluss.

Intelligente Anpassung der Ladespannung und verschiedene Sicherheitsmechanismen sollen dabei Überhitzung oder Selbstentzündung vermeiden – oder wie es Richard Yu mit Seitenhieb auf Samsung formulierte: "Keine Explosionen". Binnen 30 Minuten lässt sich die Batterie auf 58 Prozent laden, was für eine Tag Verwendung ausreichen soll.

foto: huawei

Doppelkamera

Neben Porsche hat auch Leica an dem Mate 9 mitgearbeitet. Wie auch schon beim Huawei P9 liefert der Konzern Technologie für das Dual-Kamera-System des Mate 9. Wenig überraschend will man auch hier im Konzert der Großen mitspielen und mit Samsung und Apple konkurrieren. Leica und Huawei sind eine langfristige Partnerschaft eingegangen und richten gemeinsam ein eigenes Forschungszentrum ein, in dem man neue Hardware, Software und Services entwickeln möchte.

Insbesondere unter schlechten Lichtbedingungen und Schwarz-Weiß-Fotografie soll die Kamera punkten. Auf der Rückseite sitzt ein 12-Megapixel-Sensor für Farberfassung und ein 20-Megapixel-Sensor, der die Umgebung in Schwarz-Weiß ablichtet. In Kombination mit einem 4-in-1-Autofokus (Laser, Phase Detection, Tiefenfokus, Kontrastfokus) und optischer Bildstabilisierung soll das Handy scharfe, farbenreiche Fotos mit hohem Detailgrad auch bei bewegten Motiven liefern.

foto: huawei

Soll iPhone 7 Plus ausstechen

Versprochen werden etwa Aufnahmen mit schönem Bokeh, dazu lässt sich der Fokus auf Biuldern nachträglich ändern. Ähnlich wie das iPhone 7 Plus bringt das Mate 9 auch einen "hybriden Zoom" mit, der eine verbesserte digitale Dreifach-Vergrößerung über die Kombination der beiden Kamerasensoren ermöglichen soll.

Gerade bei wenig Licht und in Nachtsettings soll das eigene System jenes des Apple-Konkurrenten deutlich hinter sich lassen. Die Kamera-App bringt eine Reihe verschiedener Aufnahmemodi, etwa "Nachtporträt" und natürlich "Schwarz-Weiß", mit. Sie beherrscht außerdem einen direkten Scan mit Texterkennung für Visitenkarten.

Android 7.0

Auf dem Mate 9 ist Android 7.0 "Nougat" mit Huaweis Emotion UI 5.0 vorinstalliert. Diese soll sich aufgeräumter und einfacher präsentieren, als vorhergehende Versionen. Neben den schon erwähnten Navigationsgesten wurden auch vorinstallierte Apps ästhetisch überarbeitet. 90 Prozent aller Aktionen und Einstellungen sollen über maximal drei Klicks erreichbar sein. Wer möchte, kann das Aussehen wie gehabt mit diversen Themes individualisieren.

Über mit dem Fingergelenk gezeichnete Gesten sind verschiedene Funktionen, etwa die Kamera, schnell zugänglich. Verschiedene Features sind auch per Sprachbefehl zugänglich. Beispielsweise kann man das Mate 9 dazu zu bringen, zu läuten, wenn man es verlegt hat.

Implementiert wurde ein System, das 65 Prozent aller versehentlichen Berührungen erkennen und ignorieren sollen – etwa das Ankommen an einer Navigationstaste während der Verwendung der Kamera.

foto: derstandard.at/sulzbacher

Dual-SIM und Dual-Whatsapp

Das Smartphone kann mit zwei nanoSIM-Karten verwendet werden. Das System ermöglicht damit auch die Nutzung mehrerer Accounts für verschiedene Messaging-Apps. Beispielsweise können zwei Whatsapp-Konten gleichzeitig angelegt und verwendet werden. Statt einer zweiten SIM kann alternativ auch eine microSD-Karte zur Speichererweiterung genutzt werden.

Punkten will man auch mit der Integration von vier Mikrofonen zur Unterdrückung von Nebengeräuschen. Dies soll bessere Sprachqualität ermöglichen, aber auch schönere Akustik bei aufgenommenen Videos.

Ergänzt wird das Mate 9 mit verschiedenen Hüllen, ebenfalls designet von Porsche und Leica. Dazu ist das Gerät auf der Rückseite magnetisch, was sich zur Befestigung im Auto in Kombination mit einer entsprechenden Halterung nutzen lässt.

foto: derstandard.at/sulzbacher

Preise und Verfügbarkeit

Die Preise für das Mate 9 sind durchaus gewagt. Für die als Luxusgerät angepriesene Porsche-Design-Edition mit gekrümmten 5,5-Zoll-Bildschirm, sechs GB RAM und 256 GB Onboardspeicher verlangt Huawei 1.395 Euro. Die Standard-Edition mit dem größeren 5,9-Zoll-Display, vier GB RAM und 64 GB Speicherplatz wird für 699 Euro angeboten.

Das Basis-Modell soll in Österreich Anfang Dezember erhältlich werden, vorerst allerdings nur in der Farbvariante "Space Gray". Über die Verfügbarkeit der Porsche-Edition wurde nichts bekannt gegeben.

foto: huawei

Neue Fitness-Smartwatch

Unter dem Namen Huawei Fit wurde auch eine neue Fitness-Smartwatch im Sortiment. Sie erinnert an die Pebble Round und verwendet einen runden, monochromen Touchscreen. Sie zählt Schritte, analysiert den Schlaf und kann während Workouts durchgehend den Puls messen. Fit erkennt automatisch, wenn man geht, läuft oder schläft. Schwimmen ist mit dem Gerät kein Problem, da es dem Eindringen von Wasser auf bis zu 50 Meter Tiefe widerstehen soll.

GPS ist nicht an Bord, lässt sich aber über die App Huawei Wear mit Android-Smartphones und dem iPhone koppeln. Sie informiert optional auch über eingehende Nachrichten und Anrufe. Der Akku soll im Standby-Modus bis zu 30 Tage, bei normaler Nutzung bis zu sechs Tage lang durchhalten. In den USA ist das Wearable bereits für 130 Dollar über Amazon, Newegg und Best Buy zu haben. In Europa kostet es 199 Euro. (gpi, sum, 03.11.2016)

Hinweis im Sinne der Leitlinien: Die Reise zur Vorstellung nach München wurde von Huawei übernommen.

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