Milchpreiserhöhung kommt bei Bauern nur tropfenweise an

3. November 2016, 13:42
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Landwirtschaftskammer: Von zehn Cent Preissteigerung nur ein Cent an Landwirt

Wien/Sattledt/Salzburg – Von der derzeitigen Milchpreiserhöhung um rund zehn Cent pro Liter im Handel kommt gerade einmal ein Cent bei den Bauern an. Das sagte der Milchwirtschaftsexperte der Landwirtschaftskammer, Helmut Eder, am Donnerstag im Ö1-"Mittagsjournal". "Wo bleiben die anderen neun Cent?", fragte er. Der Bauernmilchpreis von derzeit rund 29 Cent netto sei weiterhin nicht kostendeckend.

Die Durchsetzungsmöglichkeiten der Milchbauerngenossenschaften beziehungsweise Molkereien der Bauern gegenüber dem Handel seien gering, so Eder. "Es ist sehr schwierig, langfristig höhere Preise durchzusetzen." Er hofft, dass es mit dem zuletzt steigenden Bauernmilchpreis weiter aufwärts gehe. Das hänge aber vor allem von der Entwicklung der Nachfrage ab und der Frage, ob man neue Absatzmärkte erschließen könne.

Faire Zusammenarbeit mit Molkereien

Vom Lebensmitteldiskonter Hofer hieß es auf Anfrage, dass man "als einer der größten Abnehmer von Produkten der österreichischen Landwirtschaft sehr viel Wert auf eine gute, intensive und vor allem faire Zusammenarbeit mit unseren heimischen Molkereien legt. Hofer bezahlt allen Molkereien – egal ob für Bio- oder konventionelle Milch – einen fairen Preis." Bei einer spürbaren Milchpreissteigerung wie momentan müsse man die Preiserhöhung im Verkauf weitergeben.

Spar argumentiert ähnlich: Die Molkereien würden Milch und Milchprodukte nunmehr "zu einem deutlich höheren Einstandspreis" an den Handel verkaufen. "Das wiederum bedeutet, dass auch wir im Handel die Preise anheben müssen."

Der Preis für einen Liter Frischmilch ist praktisch im gesamten heimischen Lebensmittelhandel in der Preiseinstiegslage von 0,85 auf 0,95 Cent gestiegen, für regionale Vollmilch von 0,95 Cent auf 1,05 Euro. Der Preis von Butter in der Preiseinstiegslage (Eigenmarken) hat sich nach 1,45 Euro Anfang Oktober bei 1,75 Euro für die 250-Gramm-Packung eingependelt. (APA, 3.11.2016)

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