Aus für "Café Sonntag" und "Nachtquartier": IG Autoren gegen Ö1-Reform

3. November 2016, 13:04
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Schemareform sei in Wirklichkeit ein Sparprogramm – Petition gegen Umbaupläne

Wien – Kein "Café Sonntag" (So, 9.05–10 Uhr) mehr und Aus für das "Nachtquartier" (Di, Mi, Do 0.05–1 Uhr): Das sind zwei Schrauben, an denen beim Ö1-Programm gedreht werden soll – zum Missfallen der IG Autoren. In einer Aussendung kritisiert die Interessengemeinschaft das geplante Schema, das im Mai 2017 implementiert werden soll. Ö1-Senderchef Peter Klein verteidigt die "sanften Neuerungen", die nichts mit den Sparvorgaben zu tun hätten.

Firmierend unter "Schemareform" wittert die IG Autoren in Wirklichkeit ein Sparprogramm, das an die Substanz des ORF-Radiosenders gehe. Über die Grundzüge der geplanten Programmreform berichtete DER STANDARD bereits im Frühjahr 2015.

Bei den Budgetverhandlungen für 2017 ist Ö1 wie berichtet mit Sparvorgaben konfrontiert. Kolportiert werden 700.000 Euro weniger für Ö1 und weitere 700.000 Euro Sparvorgabe für die Radio-Information.

Diskussionssendung nach "Mittagsjournal"

Weitere Eckpunkte der Ö1-Reform laut IG Autoren: Aus "Von Tag zu Tag" (Di–Fr, 14.05–14.40 Uhr) soll eine Nach-Diskussionssendung von Themen des "Mittagsjournals" im Anschluss an das "Mittagsjournal" gemacht und die Literatursendung "Beispiele" (Fr, 11.40–12 Uhr) vom "Mittagsjournal" weg in den Vormittag gerückt werden. Zusammengelegt werden sollen die beiden wöchentlichen experimentellen Sendungen "Kunstradio" (So, 23.03–24 Uhr) und "Hörspielstudio" (Di, 21–22 Uhr).

Insgesamt gehe es bei diesem als "Schemareform getarnten Sparprogramm um die Verringerung der Programmkosten bzw. Honorarkosten für künstlerische und andere freie Mitarbeit bei Ö1 sowie darum, auf Ö1 allgemeine Sendeflächen zu schaffen und vom Programm Kanten und Ecken abzuschleifen", heißt es.

Die geplanten Änderungen sollen nicht hingenommen werden: "Wir werden uns, gemeinsam mit allen anderen Künstlern in Österreich, mit einer Petition an das österreichische Parlament wenden und unsere Ansprüche an den ORF als Kunst- und Kulturschaffende zusammenfassen und an die Parlamentsparteien herantragen." (red, 3.11.2016)

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