Ex-Sicherheitsunternehmer und -Polizist zu zwei Jahren Haft verurteilt

3. November 2016, 12:25
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43-Jähriger soll gemeinsam mit Lebensgefährtin unter anderem Cannabis nach Tirol gebracht haben

Innsbruck – Ein 43-jähriger ehemaliger Chef einer Tiroler Sicherheitsfirma, der früher auch Polizist war, ist am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Mann soll laut Anklage gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, die 18 Monate Haft ausfasste, seit Sommer 2014 Cannabis nach Tirol gebracht haben. Die beiden Urteile sind bereits rechtskräftig.

Der ehemalige Polizist hatte sich beim ersten Verhandlungstermin Anfang August vor Richter Josef Geisler teilweise schuldig bekannt. Seine Lebensgefährtin sei zweimal nach Tschechien gefahren, um dort Drogen für "den Eigengebrauch" zu kaufen, sagte der Angeklagte. Er habe ihr lediglich das Geld dafür zur Verfügung gestellt. Außerdem habe er auch geringe Mengen an Kokain weitergegeben. Auch die 28-jährige Lebensgefährtin bekannte sich teilweise schuldig.


Ein weiterer Angeklagter, ein deutscher Staatsbürger, habe zudem die Einfuhr von einem Kilogramm Cannabis bei der 28-Jährigen in Auftrag gegeben. Auch ein vierter Beschuldigter musste sich vor Richter Josef Geisler verantworten. Er soll gemeinsam mit der Zweitangeklagten die Einfuhr von 13 Gramm "Angel Dust" beauftragt haben. Sie wurden zu einer Geldstrafe in der Höhe von 1.200 Euro beziehungsweise 1.800 Euro und vier Monaten bedingter Haft verurteilt.

Staatsanwalt Thomas Willam zeigte sich in seinem Schlussplädoyer davon überzeugt, dass die beiden "Drogen weitergegeben haben". Er räumte jedoch ein, dass sich viele der Anklagepunkte lediglich auf Zeugenaussagen und die Geständnisse der Angeklagten stützen. Der Verteidiger des ehemaligen Polizisten strich in seinem Schlussplädoyer das Geständnis seines Mandanten hervor und der Rechtsanwalt der 28-Jährigen beteuerte, dass die Frau alles unternehmen wolle, um aus der Drogensucht "heraus zu kommen".

Ein besonders pikantes Detail zu dem 43-Jährigen wurde vor rund zwei Wochen bekannt. Er soll einem Tschetschenen Geld geboten haben, um jemanden aus dem Weg räumen beziehungsweise jemanden verprügeln zu lassen. Die Staatsanwaltschaft nahm deshalb Ermittlungen wegen des Verdachts der Anstiftung zum versuchten Mord und wegen des Verdachts der Anstiftung zur versuchten schweren Körperverletzung auf. (APA, 3.11.2016)

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