Ernüchternde Niederlage gegen Finnland

2. November 2016, 23:03
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27:31 zum Auftakt der EM-Qualifikation bringt Österreichs Handballer unter Zugzwang

Wiener Neustadt – Der Start in die Qualifikation für die EM-Endrunde 2018 ist für Österreichs Handball-Nationalteam der Männer total misslungen. Die ÖHB-Equipe unterlag am Mittwoch in seinem ersten Spiel in Gruppe 3 in der Arena von Wiener Neustadt Finnland 27:31 (16:14). Damit stehen die Österreicher am Sonntag (20.00 Uhr, ORF Sport +) in Sarajevo gegen Bosnien-Herzegowina schon unter absolutem Zugzwang.

In der Qualifikation für die EM 2016 hatte die rot-weiß-rote Truppe die Finnen im Frühjahr 2015 noch sicher im Griff gehabt. Einem 26:23-Auswärtssieg folgte ein 29:22 daheim. Diesmal mussten sich die Skandinavier für diese zweite Phase der Ausscheidung auch erst qualifizieren. Zwei Punkte waren für das Team von Teamchef Patrekur Johannesson auch fix eingeplant, um es in die Top zwei des Pools zu schaffen. Und danach sah es ganz zu Beginn auch aus.

Mit zwei Treffern Vorsprung in die Pause

Seine Mannschaft zog rasch auf 4:1 davon, binnen kurzem kamen die Gäste aber heran und ließen da nicht mehr locker. Nur durch ein Missgeschick des finnischen Tormanns Sekunden vor der Sirene betrug der Pausenvorsprung der Gastgeber zwei Treffer. ÖHB-Goalie Thomas Bauer rief beim Seitenwechsel stellvertretend für seine Teamkollegen dazu auf, nach Wiederbeginn rasch alles klar zu machen.

Doch im Gegenteil glichen die aggressiv auftretenden Finnen bald aus und gingen gut zehn Minuten vor Schluss in Front. Statt sich aufzuraffen und noch einmal zurückzukommen, setzten die Österreicher ihr fehleranfälliges Spiel mit Abstimmungsproblemen vor allem in der Abwehr, aber auch im Angriff fort und schlitterten noch in eine recht deutliche Niederlage. Gegen die Bosnier, die in Valladolid dem Gruppenfavorit Spanien 21:30 unterlagen, sind nun zwei Punkte fast schon Pflicht.

"Riesenenttäuschung"

Ob der unerwarteten Schlappe herrschte im österreichischen Lager Konsterniertheit. "Das ist meine schlimmste Niederlage in fünf Jahren", sagte Johannesson im ORF-Interview. "Das Feuer hat gefehlt, mental haben es meine Spieler nicht geschafft. "Vielleicht hat jeder gedacht, das kommt von alleine. Das ist eine Riesenenttäuschung, Finnland hat verdient gewonnen. Ich muss dieses Spiel analysieren."

Maximilian Hermann wiederum hatte sich sein Debüt als ÖHB-Kapitän ganz anders vorgestellt. "Wir wussten, was uns erwartet, wussten es aber nicht zu verhindern", meinte der 24-Jährige. "Wir haben viele technische Fehler gemacht, viele einfache Tore kassiert." Drastisch formulierte es Bauer: "Ich bin richtig sauer, auf alle und jeden. 31 Gegentore. Ich weiß noch gar nicht, wie viele 'Hütten' uns Bosnier und Spanier machen, wenn wir so spielen. Es lag ganz klar an der Defensivleistung."

Kiel-Legionär Nikola Bilyk sprach auch die Einstellung an. "Vielleicht haben wir auch zu wenig Respekt vor Finnland gehabt", erläuterte der 19-Jährige. "Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht, sie haben viele leichte Tore gemacht. Das müssen wir uns alles anschauen. Das Wichtige ist, nach vorne zu schauen. Es ist noch lange nicht vorbei. Wir müssen unseren Kopf oben halten und uns auf das nächste Spiel fokussieren." (APA, red, 2.11. 2016)

Handball-EM-Quali, 2. Phase, Gruppe 3, Mittwoch

Österreich – Finnland 27:31 (16:14)
Wiener Neustadt, Arena Nova

Tore Österreich: Bozovic, Weber je 5, M. Hermann, Bilyk je 3, A. Hermann, Bammer, Zeiner, Santos, Kirveliavicius je 2, Frimmel 1

Spanien – Bosnien-Herzegowina 30:21 (12:6)

Nächste Spiele:
Finnland – Spanien (Samstag, 13.30 Uhr)
Bosnien-Herzegowina – Österreich
(Sarajevo, Sonntag, 20 Uhr, live ORF Sport +)

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