Chip-Spezialist Qualcomm mit überraschend gutem Quartal

2. November 2016, 23:01
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Gewinn sprang um 51 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar nach oben – Neue Lizenzvereinbarungen in China für Erfolg verantwortlich

San Diego (Kalifornien) – Der vor der Übernahme des Infineon-Konkurrenten NXP stehende US-Chipspezialist Qualcomm hat im vierten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Der Umsatz legte um 13 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen am Mittwoch nach Schluss der US-Börsen mitteilte. Der Gewinn sprang unter dem Strich um 51 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar nach oben.

Qualcomm-Chef Steve Mollenkopf machte für das überraschend gute Abschneiden unter anderem neue Lizenzvereinbarungen in China verantwortlich. Anleger reagierten nachbörslich verhalten, der Ausblick des Unternehmens sorgte nicht für Begeisterung. Qualcomm-Aktien legten im nachbörslichen Handel lediglich um 0,58 Prozent zu. Im ersten Quartal will der Konzern beim Umsatz bei 5,7 bis 6,5 Milliarden Dollar landen. Der Gewinn je Aktie soll 1,12 bis 1,22 Dollar betragen. Experten gehen hier bisher von 6,15 Milliarden Dollar und 1,22 Dollar aus.

Vor einer Woche hatte Qualcomm mitgeteilt, sich mit NXP auf eine Übernahme geeinigt zu haben. Dabei soll eine Tochter der Amerikaner ein Angebot für das niederländische Unternehmen von 47 Milliarden Dollar entsprechend 110 Dollar je NXP-Aktie erarbeiten.

Qualcomm ist der weltweit größte Hersteller von Chips für Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets. NXP ist noch vor dem deutschen Dax-Konzern Infineon führend bei Chips für die Autoindustrie und bietet etwa Lösungen für vernetzte und selbstfahrende Autos sowie Sicherheitssysteme an. Vor allem durch seine NFC-Funkchips für das kontaktlose Bezahlen etwa mit dem Smartphone ist die einstige Philips-Tochter bekannt. Gemeinsam werde ein jährlicher Umsatz von mehr als 30 Milliarden Dollar und eine Führungsposition in Märkten wie dem Internet der Dinge, bei Sicherheitslösungen und der Zukunft des Automobils erwartet, hatte es geheißen. (APA, 2.11.2016)

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