Russland setzt Rebellen in Aleppo Frist bis Freitag

2. November 2016, 17:48
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Rebellen und Zivilisten sollen Stadt über Korridore verlassen, die Luftangriffe bis dahin ausgesetzt werden

Moskau/Beirut – Die syrische Regierung und Russland wollen ihre Luftangriffe auf die Metropole Aleppo bis Freitag aussetzen. Die Rebellen erhielten weiter die Gelegenheit, mit ihren Waffen über zwei Korridore die Stadt zu verlassen, erklärte das russische Verteidigungsministerium am Mittwoch. Die syrische Regierung werde sicherstellen, dass die beiden Korridore für die Rebellen frei bleiben. Präsident Wladimir Putin habe angeordnet, die "humanitäre Pause" zu verlängern, sagte ein Sprecher.

Die Aufständischen wiesen die Vorschläge umgehend zurück. "Das kommt überhaupt nicht infrage. Wir werden Aleppo nicht den Russen überlassen, und wir geben nicht auf", sagte ein Vertreter der Rebellengruppe Fastakim der Nachrichtenagentur Reuters.

Am Dienstag hatte Russland eine Verlängerung der seit 18. Oktober geltenden Waffenruhe davon abhängig gemacht, dass die Rebellen ihre Angriffe beenden. Schon in der Vergangenheit stellten Russland und die syrische Regierung mehrfach das Feuer ein und boten den Rebellen an, aus der Stadt abzuziehen. Beide Seiten werfen einander vor, die Bevölkerung am Verlassen der Stadt zu hindern. Fastakim erklärte nun, Bewohner und Aufständische würden das Gebiet nicht verlassen. "Die Zivilisten haben Angst vor dem Regime und trauen ihm nicht. Und die Kämpfer geben nicht auf."

Merkel kritisiert syrische Regierung

Die Aufständischen hatten am Freitag eine Offensive begonnen, um die Belagerung der Stadt zu durchbrechen. In dem von Rebellen gehaltenen Ostteil Aleppos sind nach UN-Schätzungen 275.000 Zivilisten eingeschlossen. Die Armee Bashar al-Assads belagert die Stadt seit dem Sommer, unterstützt von der russischen Luftwaffe. Die UN erklärten zuletzt, dass alle Seiten Kriegsverbrechen begehen würden, unter anderem mit Angriffen auf Schulen, Krankenhäuser, Märkte, Wasserwerke und Bäckereien.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel warf der syrischen Führung unterdessen schwere Kriegsverbrechen vor. "Der Einsatz von Fass- und Brandbomben, ja, sogar Chemiewaffen wird nicht gescheut", sagte Merkel. "Die Zivilbevölkerung wird ausgehungert, medizinische Einrichtungen werden angegriffen, Ärzte verlieren ihr Leben, Krankenhäuser werden zerstört." Die EU hatte Syrien und Russland mit Sanktionen gedroht, sollte die Intensität der Angriffe auf Aleppos Bevölkerung nicht abnehmen. (Reuters, 2.11.2016)

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