Aixtron-Gründer kritisiert China-Übernahmeprüfung scharf

2. November 2016, 16:11
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Langjähriger Vorstandschef: "Dolchstoß gegen Schlüsseltechnologien" – Brief an Wirtschaftsminister Gabriel

Im Streit um die Übernahme des Spezialmaschinenbauers Aixtron durch ein chinesisches Unternehmen legt sich Firmengründer Holger Jürgensen nun mit dem deutschen Wirtschaftsministerium an. In einem am Mittwoch veröffentlichten offenen Brief an Ressortchef Sigmar Gabriel (SPD) kritisierte der langjährige Vorstandsvorsitzende die angekündigte Prüfung des Geschäfts.

Dies sei ein "Dolchstoß gegen Schlüsseltechnologien" und ein "sehr drastischer Eingriff in den Kapitalmarkt". Zuerst hatte die Tageszeitung "Die Welt" über den Brief berichtet.

US-Geheimdienste

Vor wenigen Tagen hatte Gabriel die im September erteilte Unbedenklichkeitserklärung der Übernahme von Aixtron durch die chinesische Grand Chip Investment GmbH widerrufen und eine erneute Prüfung des Vorhabens angekündigt. Als Grund wurden nach Unternehmensangaben neue Informationen und Anhaltspunkte über sicherheitsrelevante Technologien genannt. Hintergrund sind Befürchtungen, die Aixtron-Produkte könnten auch militärisch genutzt werden.

Vor dem Widerruf hätte das Ministerium die durch US-Geheimdienste vorgelegten Informationen prüfen müssen, schrieb Jürgensen in dem Brief weiter. Fakt sei, dass Aixtron kein Chiphersteller sei, sondern Anlagen für die Produktion von Halbleitermaterial liefere. Das komplexe Know-how zur Chip-Fertigung stehe Aixtron nicht zur Verfügung. Grand Chip hatte eine Übernahmeofferte für das deutsche Unternehmen in Höhe von 670 Mio. Euro vorgelegt.

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