Sassuolo ist für Rapid "sicher zu knacken"

2. November 2016, 15:15
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Wichtige Partie für beide Teams im Aufstiegsrennen – Wiener müssen Abwehr nach Pavelic-Ausfall umbauen

Reggio Emilia – Rapid steht in der Europa League vor einer extrem wichtigen Partie. Mit einem Sieg bei Sassuolo Calcio am Donnerstag (19 Uhr, live Puls 4, Sky) könnten sich die Hütteldorfer in der engen Gruppe F zwei Spiele vor Schluss sogar in die Poleposition bringen. Die Chancen stehen nicht schlecht, die Italiener sind in der Serie A auf Platz 16 abgerutscht.

Sassuolos 1:1 bei Rapid vor zwei Wochen war der Beginn einer sieglosen Pflichtspielserie von vier Partien. Nach dem 1:1 bei Bologna gab es zuletzt in der Liga Niederlagen gegen AS Roma (1:3) und Lazio (1:2). Mit 13 Punkten nach elf Runden muss der Blick Richtung Abstiegskampf gerichtet werden, auch weil die Verletzungsserie nicht abreißt. 20-Millionen-Mann Domenico Berardi war schon im Hinspiel kein Thema, nun trug sich mit Kapitän Francesco Magnanelli ein weiterer Eckpfeiler des Teams in die lange Ausfallsliste ein.

Verzichten

Die gibt es aber auch bei den Rapidlern, die in der Abwehr improvisieren müssen, da Mario Pavelic wegen muskulärer Probleme fehlt. So durfte der 18-jährige Manuel Thurnwald vom Regionalligateam erstmals in den Profiflieger steigen. Ein Einsatz scheint aber unwahrscheinlich, Thomas Schrammel dürfte auf die rechte Seite rücken, Maximilian Wöber links in die Mannschaft kommen.

"Beide Mannschaften müssen auf viele Spieler verzichten, die normal eine gute Rolle spielen. Es hält sich die Waage. Beide werden die Situation annehmen und versuchen, ein gutes Ergebnis zu erzielen", sagt Trainer Mike Büskens. Das wäre alles andere als eine Niederlage. Damit würde man zumindest mit dem aktuell Zweiten Sassuolo mithalten, der wie Rapid vier Punkte auf dem Konto hat. "Es ist ein Spiel, in dem wir definitiv punkten wollen. Es wäre wichtig, da etwas mitzunehmen", sagt Büskens. Louis Schaub ergänzt: "In der Gruppe ist noch alles offen. Das Spiel in Sassuolo könnte daher schon sehr wichtig sein."

Abschluss

Im Hinspiel hatte Schaub früh (7.) Rapids einzigen Treffer erzielt. Die Wiener hatten dabei vor der Pause ihre wohl beste Saisonleistung abgeliefert, sich aber nicht mit mehr Toren belohnt und danach noch den Sieg aus der Hand gegeben. "Wir waren da mutig, haben versucht, sie früh zu attackieren, hatten frühe Ballgewinne, dadurch kurze Wege zum Tor. Nur die Qualität des Abschlusses hat nicht gepasst", so Büskens. Im 21.600 Zuschauer fassenden Mapei-Stadion, das bestenfalls zur Hälfte gefüllt sein wird, wird die Effizienz eine noch größere Rolle spielen. "Du wirst vielleicht nicht ganz so viele Chancen bekommen und musst einfach effektiver sein vor der Bude", so Büskens.

Zudem müssen individuelle Schnitzer wie jener von Eigentorschütze Schrammel im Hinspiel vermieden werden. "Es war eine saublöde Aktion. Ich habe aber nicht viel Zeit gehabt, darüber nachzudenken, und es gleich abgehakt", sagt Schrammel. Böse Worte gab es nicht, ein paar Witze schon. "Das gehört dazu. Jetzt habe ich die Chance zu zeigen, dass ich es besser kann."

Endlich Selbstvertrauen

Neben ihm im Zentrum werden wohl wieder Mario Sonnleitner und Maximilian Hofmann agieren, obwohl Christoph Schösswendter zumindest wieder schmerzfrei ist. Vorne ist eher mit einer Solospitze zu rechnen, obwohl es zuletzt mit einer 4-4-2-Formation im ÖFB-Cup gegen Blau-Weiß Linz (4:0) und in der Liga gegen die Admira (2:1) Siege gab.

"Die beiden Siege waren extrem wichtig für das Selbstvertrauen", so Schaub. "Es war wichtig, im Cup zu überwintern, und der Sieg gegen die Admira war ein weiterer Schritt", meint Coach Büskens. Ein Sieg wäre historisch. Im Europacup gab es für die Wiener in Italien bisher acht Niederlagen und ein Remis. Nicht leichter macht die Sache, dass Sassuolo alle drei bisherigen Europacup-Heimspiele mit 3:0 gewonnen hat. (APA, 2.11.2016)

Europa League, 4. Runde, Donnerstag

US Sassuolo Calcio – SK Rapid Wien
Mapei Stadium/Stadio Citta del Tricolore, 19 Uhr, live Puls 4 und Sky, SR Craig Pawson (ENG)

Mögliche Aufstellungen:

Sassuolo: Consigli – Lirola, Peluso, Acerbi, Gazzola – Mazzitelli, Pellegrini – Politano, Biondini, Ragusa – Matri

Ersatz: Pegolo – Defrel, Ricci, Adjapong, Caputo, Franchini

Es fehlen: Magnanelli (Adduktorenverletzung), Letschert (Schulterverletzung), Missiroli (Muskelverletzung), Berardi (Knieblessur)

Fraglich: Antei, Cannavaro, Duncan, Sensi (alle angeschlagen)

Rapid: Strebinger – Schrammel, Sonnleitner, M. Hofmann, Wöber – Mocinic, Grahovac – Schaub, Szanto, Murg – Joelinton

Ersatz: Novota – Thurnwald, Schösswendter, Malicsek, Traustason, Kvilitaia, Jelic, Arase

Es fehlen: Pavelic (muskuläre Probleme), Schwab (Knöchelbruch), Auer (Bänderriss im Knöchel), Schobesberger (Knorpelabsplitterung im rechten Knie), S. Hofmann (Muskelbündelriss im Adduktorenbereich), Dibon (Muskeleinriss im Gesäßbereich), Tomi (rekonvaleszent nach Knieverletzung), Entrup (angeschlagen)

  • Rapid will Sassuolo knacken.
    foto: apa/afp/guenter r. artinger

    Rapid will Sassuolo knacken.

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