Spud: Tragbarer Fernseher lässt sich wie Regenschirm entfalten

2. November 2016, 17:48
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Kombination aus Mini-Projektor und Leinwand bietet 24 Zoll an Platz

Viel Bildschirmfläche zur Verfügung zu haben ist allgemein sehr praktisch. Ein Bedürfnis, welches sich unterwegs aber nur schwer erfüllen lässt, oft ist man auf das kleine Display des eigenen Smartphones, Tablets oder Laptops limitiert. Eine Lösung dafür soll das "Spontaneous Pop-up Display" (Spud) liefern, eine ungewöhnliche Kombination aus Mini-Projektor und Leinwand.

Gleich auf 24 Zoll Diagonale sollen Inhalte dargeboten werden. Dazu muss der rund um den Projektor gewickelte Bildschirm einfach nur entfaltet werden. Ein Mechanismus, der ähnlich angelegt ist, wie ein Regenschirm. Die Projektionsfläche besteht dabei aus einem elastischen Polymer, das keine Falten bilden und waschbar sein soll.

24-Zoll-Fernseher im Buchformat

In eingerollter Form soll Spud in etwa die Größe eines Hardcover-Buches haben. Die Maße benennen die Entwickler von Arovia mit 19 x 17 x 5,5 Zentimeter bei rund 900 Gramm Gewicht. Entfaltet belegt es ungefähr so viel Platz wie ein älterer Röhrenmonitor (CRT).

Der integrierte Projektor liefert 720p-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) und arbeitet mit einer Linse, die auch auf kurze Distanz und bei recht großem Abstrahlwinkel scharfe Darstellung liefern soll. Damit liegt das Gerät über den meisten portablen Projektoren, die mit 854 x 480 Pixel oder weniger operieren. Aus Gründen von Preis und Größe habe man sich gegen eine Full-HD-Option entschieden.

arovia inc.

Wiedergabe per HDMI und WLAN

Der Projektor erreicht bis zu 785 nits (bzw. cd/m²) an Helligkeit, die sich je nach Umgebungsbedingungen regulieren lässt. Auf der Maximalstufe soll der integrierte Akku bei voller Ladung eine Verwendung über drei Stunden erlauben. Im 350-nits-Modus für dunklere Umgebungen sollen bis zu sechs Stunden Laufzeit möglich sein.

Er unterstützt die Wiedergabe von Inhalten über einen HDMI-Anschluss und per WLAN mit zusätzlichem Adapter und kann außerdem auch zum Aufladen von anderen Geräten genutzt werden. Auch ein eigener Lautsprecher ist eingebaut.

Einsatzmöglichkeiten sehen die Entwickler einige. So ließe sich Spud etwa für Präsentationen bei Meetings oder auf Messen heranziehen, als großes Handydisplay für Rezepte in der Küche einsetzen, als Ersatz für einen Fernseher im Schlafzimmer oder schlicht als Laptop-Zweitdisplay auf Reisen.

arovia inc.

Erfolgreich auf Kickstarter

Finanziert werden soll die Produktion nun via Crowdfunding auf Kickstarter. Laut Roadmap hat man im September den neunten und letzten Prototypen finalisiert. Nach Abschluss der Spendenkampagne sollen im Dezember die Verträge mit den Komponentenherstellern abgeschlossen werden, ehe nach weiteren Vorbereitungen die Produktion im Mai anlaufen soll. Die Auslieferung an Unterstützer prognostiziert man derzeit für Juni 2017.

Schnelle Interessenten können sich derzeit noch ein Spud gegen eine Investition von 374 Dollar (aktuell etwa 338 Euro) reservieren, der reguläre Crowdfundingpreis liegt bei 399 Dollar. Das Konzept scheint gut anzukommen. Anderthalb Monate vor Ablauf der Kampagne hat man das Finanzierungsziel von 33.000 Dollar bereits um 100.000 Dollar überschritten. Etwa 290 Nutzer haben sich bis jetzt eins oder mehrere der Pop-up-Displays gesichert.

foto: arovio

Entwicklung weit fortgeschritten

Gemäß dem bisher verfügbaren Bild- und Videomaterial ist die Entwicklung in der Tat bereits recht weit fortgeschritten. Wie bei allen Crowdfundingprojekten auf Consumer-Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo ist eine Investition jedoch mit einem gewissen Ausfallsrisiko verbunden. Es handelt sich um das erste Kickstarter-Projekt des Start-ups Arovio, das nach eigenen Angaben von der US-amerikanischen National Science Foundation mit 50.000 Dollar unterstützt wurde. (gpi, 01.11.2016)

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