Ex-TTIP-Kommissar De Gucht kassiert trotz Jobs Übergangsgeld

2. November 2016, 14:27
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Die "Zeit" berichtet von 16 EU-Kommissaren, die Übergangsgeld beziehen. Einige machen das trotz neuer Jobs

Brüssel – 16 ehemalige EU-Kommissare beziehen nach Angaben der "Zeit" immer noch Übergangsgeld aus Brüssel. Viele von ihnen hätten allerdings längst neue und gut dotierte Spitzenposten in Wirtschaft und Politik, berichtet das Blatt laut Vorausmeldung am Mittwoch.

Nicht auf der Liste der EU-Kommission scheint der ehemalige Präsident Jose Manuel Barroso auf, um dessen Wechsel zur US-Bank Goldman Sachs zuletzt Aufregung herrschte. Barroso soll allerdings auf sein Übergangsgeld ab Jänner des Jahres verzichtet haben. Das Übergangsgeld wurde 1967 beschlossen. Es sieht vor, dass ausgeschiedene Kommissare bis zu drei Jahre lang 40 bis 65 Prozent ihres einstigen Grundgehalts von mindestens 20.832 Euro monatlich beziehen können. Die Prämie soll verhindern, dass Kommissare gegen Ende ihrer Amtszeit aus Sorge um ihre Zukunft Absprachen mit Unternehmen treffen und anschließend schnell die Seiten wechseln.

Die 16 Ex-Kommissare mit Übergangsgeld sind: Joaquin Almunia, Laszlo Andor, Tonio Borg, Dacian Ciolos, Maria Damanaki, Karel de Gucht, Stefan Füle, Connie Hedegaard, Siim Kallas, Janusz Lewandowski, Andris Piebalgs, Janez Potocnik, Algirdas Semeta und Androulla Vassiliou. Dazu kommen die beiden Kurzzeit-Kommissare Nelli Feroci sowie Dominik Jacek. Feroci ersetzte kurzfristig den früheren Verkehrskommissar Antonio Tajani und Jacek sprang für Lewandowski ein.

Einige der Alt-Kommissare haben bereits gut dotierte Jobs übernommen. De Gucht ist bei Arcelor Mittal und Proximus tätig, Connie Hedegaard werkt für Danfoss. Ciolos wurde unterdessen rumänischer Premier. Lewandowski ist unterdessen EU-Parlamentsabgeordneter. (APA, 2.11.20169

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