Brexit könnte Zugang zu neuen Medikamenten erschweren

2. November 2016, 14:22
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Neu entwickelte Arzneimittel schwerer erhältlich, so Kritiker

London – Das Brexit-Votum könnte den Briten einem Experten-Gremium zufolge den Zugriff auf neu entwickelte Medikamente erschweren. "Das Ergebnis eines harten Brexit wäre nicht nur eine kranke Wirtschaft, sondern auch kranke Patienten, die keinen Zugang zu Heilmitteln haben", heißt es in einer vom ehemaligen konservativen Gesundheitsminister Stephen Dorrell unterstützten Studie.

Die Zulassung neuer Arzneimittel in Europa erfolgt über die Europäische Arzneimittelagentur (EMA). Falls Großbritannien im Zuge des Austritts aus der Europäischen Union nun aus diesem System herausfalle, hätten britische Patienten künftig das Nachsehen, warnen die Experten. Eine Lizenz für den europäischen Markt mit mindestens 500 Millionen Menschen wäre für Pharmafirmen wohl deutlich wichtiger als der britische Markt mit 65 Millionen Einwohnern. Der wichtige Biotechnologie-Sektor auf der Insel drohe dann in die zweite Liga abzurutschen. Die britische Pharmaindustrie mit Branchengrößen wie AstraZeneca und GlaxoSmithKline hat bereits Unterstützung gefordert, um Nachteile durch den geplanten Ausstieg aus der EU auszugleichen.

Die Frage des Marktes für innovative Arzneimittel wird allerdings auch wesentlich durch den Umstand bestimmt, ob sie vom Gesundheitswesen bezahlt werden. Hier gibt es immer wieder Kritik an einem sehr restriktiven Verhalten der Verantwortlichen in Großbritannien. (APA/Reuters, 2.11.2016)

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