Mit Firmen aus diesen Ländern gibt es die meisten Zahlungsprobleme

2. November 2016, 12:27
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OeKB-Versicherung: Sprunghafter Anstieg bei US-Zahlungsverzügen im dritten Quartal

Wien – Österreichische Unternehmen müssen vermehrt auf Geld aus den USA warten. Der sprunghafte Anstieg der Zahlungsverzüge habe die USA erstmals unter die Top-10 der Negativ-Hitliste und dabei gleich auf Platz drei katapultiert, teilte die OeKB-Versicherung am Mittwoch mit. Am häufigsten bleiben Zahlungen aus der Türkei aus, gefolgt von Mexiko.

Verglichen wurden von der Kreditversicherung die Werte zum Ende des dritten Quartals mit jenen des zweiten Quartals.

Schwächeres Wachstum

Mögliche Ursachen für die plötzliche finanzielle Schwäche der US-Unternehmen sind laut OeKB neben dem niedrigen Ölpreis auch der rückläufige Privatkonsum, sinkende lokale Investitionen sowie die politische Unsicherheit vor der Präsidentschaftswahl am 8. November. "All das hat negative Auswirkungen auf das Wachstumspotenzial der US-amerikanischen Wirtschaft und als eine führende Wirtschaftsmacht wirkt sich diese Entwicklung wesentlich auf ihre Handelspartner aus", so OeKB-Versicherung-Vorständin Karolina Offterdinger laut Pressemitteilung.

Mexiko sei durch die enge wirtschaftliche Verknüpfung von der Entwicklung in den USA abhängig. "Immerhin gehen etwa 80 Prozent der Exporte Mexikos in die Vereinigten Staaten", so Offterdinger. Umgekehrt sei Mexiko nach Kanada auch einer der wichtigsten US-Handelspartner.

Erst ein Vorbote

Die Kreditversicherung beobachte die Vereinigten Staaten und die weiteren Entwicklungen laufend. Denn dieser sprunghafte Anstieg der Verzüge sei erst ein Vorbote der weiteren Entwicklung, heißt es in der heutigen Pressemitteilung weiter.

Hinter den USA an vierter Stelle der Länder mit den meisten Zahlungsverzügen liegt Ecuador, gefolgt von UK, Peru, China, Russland, Tschechien und Kolumbien. Russland weist als einziger Staat unter den Top-Ten einen Rückgang bei den Verzügen aus. Die wirtschaftliche Entwicklung Ecuadors werde von der hohen Abhängigkeit der Ölexporte sowie dem anhalten niedrigen Ölpreis geschwächt, so der Kreditversicherer. Bei Peru sei ein Anstieg der Verzüge zu erwarten gewesen, weil OeKB-Kunden verstärkt in das Land lieferten.

Wichtiger Indikator

Ein Verzug sei in 75 Prozent der Fälle Vorläufer eines Schadensfalles, das restliche Viertel resultiere aus der Insolvenz von Abnehmern. "Wenn unsere Versicherungsnehmer steigende Verzüge melden, dann ist das für uns ein wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung eines Landes. Denn genau in diesen Ländern werden erfahrungsgemäß auch die Schäden steigen", so Offterdinger.

Die OeKB-Versicherung ist eine Marke der Acredia Versicherung, die zu 51 Prozent der Oesterreichischen Kontrollbank und zu 49 Prozent der deutschen Euler-Hermes AG gehört. (APA, 2.11.2016)

  • Firmen aus den USA lassen österreichische Unternehmen immer länger mit der Begleichung von Rechnungen warten.
    foto: apa / kahnert

    Firmen aus den USA lassen österreichische Unternehmen immer länger mit der Begleichung von Rechnungen warten.

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