China: Deutsche Prüfung von Firmenkäufen hoffentlich nur Ausnahme

2. November 2016, 11:53
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Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel: China will deutsche Autobauer nicht benachteiligen

Peking – Die Regierung in Peking hofft, dass die jüngsten Überprüfungen geplanter Übernahmen von deutschen Unternehmen durch chinesische Firmen eine "Ausnahme" bleiben werden. Die Volksrepublik China setze auch darauf, dass Deutschland ein faires Umfeld für Investoren schaffe, sagte ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums am Mittwoch.

Die Führung in Peking hatte sich zuletzt irritiert darüber gezeigt, dass die deutsche Regierung den Kauf des Chipanlagenbauers Aixtron blockiert und noch einmal intensiv prüft. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte die aktuelle Rücknahme einer bereits erteilten Genehmigung für die Übernahme Aixtrons als Sonderfall bezeichnet. Hier seien möglicherweise deutsche Sicherheitsinteressen berührt.

Minister in China

Gabriel besucht derzeit China. Er war am Dienstag sowohl mit Ministerpräsident Li Keqiang als auch mit Handelsminister Gao Hucheng zusammengetroffen. Dabei wurden auch Konfliktthemen angesprochen.

Deutschlands Autokonzerne sollen angeblich nicht im Zuge des Vormarschs der Elektroautos in China ausgebremst werden. Chinas Industrieminister Miao Wei habe entsprechenden Sorgen widersprochen, sagte Gabriel am Mittwoch nach einem Gespräch mit seinem Kollegen in Peking. "Er hat darauf hingewiesen, dass der Eindruck, der bei uns entstanden ist, dass bei der Planung neuer Antriebstechniken in der Automobilindustrie unsere Automobilindustrie rausgehalten werden soll, dass er das überhaupt nicht so sieht", sagte Gabriel. Er, der chinesische Industrieminister, betrachte auch jedes deutsche Autounternehmen, das in der Volksrepublik produziere, als chinesisches Unternehmen, habe der Minister Gleichbehandlung signalisiert.

Keine Unterscheidungen

Der deutsche Eindruck sei bisher gewesen, dass China zwischen deutschen und chinesischen Eigentümern unterscheiden wolle. "Da sagt er, dass sei nicht so", gab Gabriel die Äußerungen des chinesischen Politikers wieder. Auch den Zwang, chinesische Zulieferer einsetzen zu müssen, solle es nicht geben.

Jetzt müsse man aber erst einmal sehen, ob die Dinge auch so wie der Minister es gesagt habe, umgesetzt würden, ließ Gabriel Zweifel anklingen. Chinas Pläne, ab 2018 den Autobauern in der Volksrepublik bestimmte Quoten an produzierten Elektroautos vorzuschreiben und dies mit unterschiedlichen Forderungen zu flankieren, hatten in der deutschen Autobranche, die stark in China engagiert ist, Unsicherheit ausgelöst. (APA/Reuters, 2.11.2016)

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