Hilfsorganisationen rechnen mit massiver Fluchtbewegung

2. November 2016, 11:51
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Norwegischer Flüchtlingsrat sieht 1,2 Millionen Menschen in "großer Gefahr"

Mossul – Angesichts der Kämpfe um die Stadt Mossul im Norden Iraks stellen sich Hilfsorganisationen auf eine massive Fluchtbewegung ein. "Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor", erklärte am Mittwoch der Direktor des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC), Wolfgang Gressmann. "Das Leben von 1,2 Millionen Menschen ist in großer Gefahr."

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) teilte mit, seit dem Beginn der Offensive Mitte Oktober seien bereits mehr als 20.000 Menschen vertrieben worden. "In den vergangenen Wochen haben Tausende ihre Wohnungen verlassen, Familien wurden auseinandergerissen, viele Zivilisten verletzt oder durch Heckenschützen oder Sprengsätze getötet", erklärte Gressmann.

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zehntausende Zivilisten verschleppt, um sie womöglich als menschliche Schutzschilde einzusetzen.

Der IS hatte Mossul im Sommer 2014 in einer Blitzoffensive erobert. Gegenwärtig unternehmen irakische Einheiten, kurdische Kampfverbände und schiitische Milizen einen Versuch, den IS aus Mossul und umliegenden Gebieten im Norden Iraks zu vertreiben. Am Dienstag sagte ein Kommandant der irakischen Spezialeinheiten CTS, die "wirkliche Befreiung" Mossuls habe inzwischen begonnen. (APA, 2.11.2016)

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