Schiitenmilizen rücken von Westen her auf IS-Hochburg Mossul vor

2. November 2016, 11:50
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Einsatz der vom Iran unterstützten Milizen bei der Offensive auf Mossul höchst umstritten

Mossul – Schiitische Milizen haben westlich der nordirakischen IS-Hochburg Mossul nach eigenen Angaben mehr als 40 Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht. Sie rückten weiter an die noch von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gehaltene Stadt Tel Afar heran, wie der Parlamentsabgeordnete und Sprecher der Milizen, Ahmed al-Azadi, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Sunniten fühlen sich bedroht

Der Einsatz der vom Iran unterstützten Milizen bei der Offensive auf Mossul ist höchst umstritten. Die Sunniten im Irak lehnen eine Teilnahme der schiitischen Gruppen an der Operation strikt ab. Viele Sunniten fühlen sich von der Mehrheit der Schiiten diskriminiert. Sie befürchten Racheakte und eine weitere Machtausdehnung der Schiiten.

Tel Afar liegt rund 70 Kilometer westlich von Mossul an einer wichtigen Verbindungsstraße nach Syrien, wo der sunnitische IS noch immer große Gebiete kontrolliert. Die Mehrheit der Einwohner der Stadt sind Turkmenen. In der Vergangenheit kam es in Tel Afar häufiger zu gewaltsamen Konflikten zwischen Sunniten und Schiiten.

Im Osten Mossuls gingen nach Angaben der irakischen Armee die Kämpfe zwischen Eliteeinheiten und IS-Kämpfern weiter. Zahlreiche Extremisten hätten sich in dem Ort Gogjali in Häusern verschanzt, sagte ein Verantwortlicher des Militärs, der nicht genannt werden wollte. Die irakische Armee hatte am Dienstag erstmals seit Beginn der Offensive vor mehr als zwei Wochen Mossuls Stadtgrenze überquert. (APA, 2.11.2016)

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