Salzburgs letzte Chance an der Côte d'Azur

2. November 2016, 11:47
122 Postings

Der Meister muss bei Balotelli und Co gewinnen, um die Aufstiegschance am Leben zu erhalten – Französischer "Bulle" Upamecano warnt vor "extrem starkem" Gegner

Nizza – Salzburg steht vor dem Gastspiel in Nizza am Donnerstag (21.05 Uhr) in der Europa League bereits schwer unter Druck. Eine Niederlage ist verboten, selbst ein Remis könnte für den Meister zu wenig sein. Dass die punktelosen Bullen ausgerechnet bei Frankreichs Team der Stunde um ihre letzte Chance kämpfen, macht die Aufgabe nicht leichter. Auch Nizza-Star Mario Balotelli ist diesmal dabei.

Die Ausgangslage ist klar: Verliert Salzburg, ist es aus dem Rennen – gemessen an den vergangenen Jahren ein unbekanntes Gefühl: In fünf Versuchen gelang viermal der Aufstieg. Für den wäre in Nizza auch ein Unentschieden zu wenig, wenn Krasnodar auf Schalke zumindest einen Punkt holt. Idealerweise gewinnt Salzburg die Partie, während Krasnodar verliert. Dann lebt wieder die Chance auf Platz zwei.

Das Hadern mit der Effizienz

Jedenfalls dürfte Salzburgs Selbstvertrauen nach drei Pflichtspielsiegen wieder gestiegen sein, selbst beim 0:1 gegen Nizza vor drei Wochen scheiterte man vor allem an sich selbst und der Ineffizienz vor dem Tor. "Wir hätten uns einen Sieg verdient gehabt", sagte Trainer Oscar Garcia nach der Partie, die durch einen Patzer von Innenverteidiger Paulo Miranda entschieden wurde und in der Balotelli verletzt gefehlt hatte.

Der Stürmer ist wieder fit und traf am Sonntag beim 4:1 gegen Nantes zum sechsten Mal in dieser Saison. Das einstige Enfant terrible, das an der Cote d'Azur wieder aufblüht, ist der einzige Star in den Reihen von Nizza, das auf transfermarkt.at mit einem Marktwert von 90 Millionen Euro und damit um 40 Millionen teurer als Salzburg gehandelt wird.

Überflieger

Dessen ungeachtet zeigt Nizza unter dem neuen Trainer Lucien Favre der wesentlich wohlhabenderen Konkurrenz den Rücken – mit Routiniers wie Abwehrchef Dante und aufstrebenden Jungen wie Stürmer Alassane Plea (23), der auch in Salzburg traf. Nach elf Meisterschaftsrunden ist man noch immer ohne Niederlage und führt die Tabelle an – bereits sechs Punkte vor AS Monaco und Paris Saint-Germain. In der Europa League war der Sieg in Salzburg allerdings bisher das einzig Zählbare.

Salzburg-Coach Garcia ist sich der Größe der Aufgabe im 36.000 Zuschauer fassenden Stadion bewusst: "Nizza ist ein ungemein starkes Team und hat durch die Tabellenführung zusätzliches Selbstvertrauen." Es werde ein Duell, das die Mannschaft "in der Entwicklung weiterbringt. Natürlich haben wir auch da das Ziel zu gewinnen. Aber wir wissen sehr genau, wie schwierig dies sein wird."

"Extrem stark"

Für Salzburgs defensiven Mittelfeldmann Dayot Upamecano ist es eine Begegnung mit der Heimat. "Ich freue mich sehr, dass ich wieder einmal in Frankreich spielen kann und dabei etliche Freunde und Bekannte wiedersehen werde", sagte der 18-Jährige, der derzeit zweitjüngster Stammspieler in der Europa League ist. Der Jüngste heißt Malang Sarr, ist drei Monate nach Upamecano geboren und findet sich in der Defensivreihe von Nizza wieder.

Upamecano, der im Hinspiel verletzt fehlte, zuletzt aber gegen Ried wieder im Einsatz war, erwartet eine ebenso herausfordernde wie reizvolle Aufgabe: "Nizza ist momentan extrem stark und wird daheim noch aggressiver und noch mehr auf Ballbesitz spielen. Darauf müssen wir gefasst sein." (APA, red, 2.11.2016)

Europa League, 4. Runde, Donnerstag

OGC Nizza – RB Salzburg
Stade de Nice, 21.05 Uhr, live Sky, SR Hüseyin Göcek (TUR)

Mögliche Aufstellungen:

Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Rzatkowski, Laimer, Upamecano, Berisha – Hwang, Soriano

Ersatz: Stankovic, Airton – Wisdom, Radosevic, Samassekou, Yabo, Minamino, Lazaro, Dabbur, Gulbrandsen

Es fehlen: Schwegler, Prevljak (beide Knie), Wanderson (Oberschenkel), Schlager (Youth League)

Nizza: Cardinale – Souquet, Sarr, Dante, Pereira – Cyprien, Bodmer, Seri – Plea, Balotelli, Belhanda

Ersatz: Benitez – Ricardo, Lusamba, Eysseric, Marcel, Bosetti, Donis

  • Es ist schon ziemlich eng für die Salzburger in der Gruppe.
    foto: reuters/ ebenbichler

    Es ist schon ziemlich eng für die Salzburger in der Gruppe.

Share if you care.