Happy Birthday, alte Tante: Das BBC-Fernsehen wird 80

2. November 2016, 10:11
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Erste Sendung wurde am 2. November 1936 ausgestrahlt

London – Am 2. November 1936 strahlt die British Broadcasting Company ihre erste TV-Sendung aus. Das feiert der Sender, indem er die Show am Mittwoch (2. November) noch einmal inszeniert – inklusive originalem Studio und Kameratechnik – und sie am Abend auf BBC Four ausstrahlt.

80 Jahre nach der ersten TV-Show ist die BBC mit rund 19.000 Angestellten zu einem der größten internationalen Rundfunkunternehmen geworden. Ihr weltweiter Dienst sendet in 33 Sprachen, hinzu kommen internationale Programme wie BBC World News und BBC Prime. 4,1 Milliarden Euro hat der Sender jährlich zur Verfügung, finanziert aus Rundfunkgebühren.

Premierensendung für 400 Haushalte

Die Premieren-Sendung vor 80 Jahren war nur in rund 400 britischen Haushalten zu sehen. Die Geräte kosteten damals umgerechnet rund 16.000 Euro. Wer sich das leisten konnte, sah eine Variete-Show des Duos "Buck and Bubbles" und ostasiatische Artisten, live übertragen aus dem Londoner Studio im Alexandra Palace.

"Old Auntie BBC"

Für die BBC ist das Fernsehenmachen heute – abgesehen von den technischen Möglichkeiten – komplizierter als vor 80 Jahren. Zwar bezeichnet Geschäftsführer Toni Hall die BBC immer noch als "Teil von dem, was Großbritannien ausmacht". Tatsächlich nennen die Briten ihren Sender schmeichelnd die "Old Auntie BBC" – alte Tante BBC

Doch die BBC hat ihr TV-Monopol längst verloren, sie steht im Wettbewerb mit kommerziellen Sendern um die Gunst der Zuschauer, die ihre Serien online und jederzeit schauen möchten. Zielgruppen lassen sich angesichts globalisierter und heterogener Gesellschaften immer weniger auf ein gemeinsames Programm vereinen.

Schwerfällig

Die vergangenen 80 Jahre sind an der BBC nicht ohne Schrammen vorübergegangen. Sie sei eine schwerfällige Institution mit einem Programm, das keine Risiken eingehe und zu viel koste, sagen Kritiker. Die Konservativen im britischen Parlament griffen die Berichterstattung der BBC immer wieder als einseitig an. Auch über den Umgang des Senders mit Starmoderatoren wird debattiert. Da geht es etwa um die Gehälter von Showmastern wie Jonathan Ross.

Auch die Informationspolitik im Missbrauchsskandal des Starmoderators Jimmy Savile hatte für Schlagzeilen gesorgt. Nach seinem Tod im Jahr 2011 kam heraus, dass Savile jahrelang Kinder und Jugendliche missbraucht haben soll, unter anderem in den Räumen der BBC. (APA, dpa, 11.2.2016)

  • BBC-Headquarter in London.
    foto: reuters, peter nicholls

    BBC-Headquarter in London.

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